Sonne tanken

Die Sonne strahlte, der Nachmittag war frei, das Auto da, also nutzte ich die Gunst der Stunde und ging raus.

Die Aussicht war wundervoll.

Der Schnee glitzerte.

Im Schnee zu wandern war nach all den grauen Tagen herrlich und tat so gut, dem Körper und der Seele.
Jetzt kann das neue Jahr kommen!

Mit diesen Bildern wünsche ich Euch ein gesegnetes neues Jahr mit dem Licht und dem Frieden einer stillen Bergwelt an einem strahlenden Wintertag.

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Stille und Heimat

Gestern habe ich einen kleinen Ausflug auf „meinen“ neuentdeckten Berg gemacht.

Neuschnee lag, weisse Weite in sanften Schwüngen. Schneidend kalter Wind sorgte für Menschenleere. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und glitzerte in tausend Kristallen.
Es war still. So still, dass jedes Geräusch einzeln an mein Ohr drang. Meine Schritte. Mein Atem. Das Bimmeln einer Kuhglocke von weit her. Stille füllte die Weite, die Luft und alles unter dem Himmel.

Ich atmete auf. In mir kam etwas zur Ruhe. Etwas lichtete sich. Bedrohliches verzog sich weit nach unten ins Tal, dort, wo das leise graue Rauschen herkam und mir sagte, dass es mich erwartet, wenn ich zurückkomme.

Heute Morgen weckte ich mich mit einem flotten Spaziergang durch den nahen Wald. Ich setzte mich kurz auf mein Bänkchen und sah in die Weite und in die Sonne. Jenes graue Rauschen der Stadt, das wie zäher Nebel in alle Ritzen und Knochen kriecht, füllte jeden Zwischenraum.

Zurück stapfte ich am Waldrand entlang durch die aufgeweichte Wiese, meinen Blick in der Weite am verschneiten, fernen Berg hängend, Verbindung suchend, Heimat suchend.

Ich erinnerte mich, dass ich manchmal als Kind extra an diesen Waldrand gekommen war, um diesen Berg zu sehen und Ruhe zu finden.
Mir war, als wäre er mein Verbündeter, damals und heute. Als ob unsichtbare Fäden mich verbänden mit ihm.

Ich sah mich, als kleines Menschlein über die Wiese und durch mein Leben stapfen, den Berg, der mir dabei zusieht und wusste doch, auch er ist nicht Heimat. Ich mache nur das Gefühl an ihm fest und an der Stille von gestern.
Beides verkörpert zutiefst das Lebensgefühl meiner glücklichsten fünf Kinderjahre, die ich in einem alten, abgelegenen Bauernhaus ohne Zentralheizung und Warmwasser verbrachte. Und es verbindet mich mit einem zweiten Ort, an dem ich als Erwachsene auf ähnliche Art Heimat fand.

Aber ich weiss, die Heimat, die ich suche, ist in mir. Sie ist immer da und verbirgt sich dennoch.
Die Sehnsucht nach ihr lässt mich suchen und manchmal finden. Sie schickt mich auf meinen Weg.

In meinem Inneren ist dieser Ort der Stille.
Manchmal geschieht das Wunder. Der Raum öffnet sich und in mir wird es mitten im grauen Lärm so still, wie es gestern auf dem Berg war. Keine Gedanken, die unablässig an meinem Ärmel zupfen und meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, etwas wollen und auf mich einstürmen. Nur Stille.

Der Unterschied ist so, wie der Grossstadtlärm gegen die Stille auf dem Berg.
Es wird hell und klar. Ich atme auf. In mir kommt etwas zur Ruhe und lichtet sich. Bedrohliches verzieht sich. Ich kann mich ausweiten. Etwas füllt mich auf. Die Quelle in mir.
Und dann nehme ich die Dinge einzeln wahr. Eines nach dem anderen und habe Zeit. Zeit, hinzusehen auf das, was ist. Zeit, es nicht verändern zu wollen. Zeit, es zuerst wahrzunehmen und ihm die Hand zu geben.

Die kleine, verborgene Tür zu diesem Raum finde ich leichter, wenn ich Orte der Stille be-suche.

Pause

In einer Pause tu, was deiner Seele gut tut. Zelebriere das Geniessen.

  • Ein Fenster öffnen, um Sonnenwärme zu spüren, ihr Licht hinter geschlossnen Augenlidern zu sehen, frische Luft zu atmen.
  • Eine gute Tasse Kaffee trinken, um den anregenden Duft zu atmen, das prickelnde Aroma auf der Zunge zergehen zu lassen.
  • Ein Glas kaltes Wasser trinken, um Kühle und Frische für den Kopf zu tanken, Ärger runterzuspülen.
  • Ein paar Schritte an der frischen Luft gehen, um leisen Luftzug im Gesicht zu spüren, den Kopf auszulüften, die Welt atmen zu hören.
  • Während einer hektischen Shoppingtour ein Viertelstündchen oder zwei schwelgen: in einem Modelleisenbahnladen, in einem Brockenhaus, einem Secondhand-Kleiderladen, in einem Spielwarengeschäft, in der Stadtbibliothek, in einem Antiquariat.
  • Während des Frühlingsputzes eine wunderbare Quiche Lorraine backen.
  • Während eines mehrtägigen Seminars in der Stadt ein Eis essend der Shoppingmeile entlangschlendern.
  • Während der Doktorarbeit täglich im Park nebenan spazieren gehen und die Enten füttern.
  • Während der Kleinkinderzeit die Kinder eine halbe Stunde länger in der Kinderhüte des Trainingscenters lassen, um im Café nebenan eine Latte macchiato zu schlürfen und in der neusten Ausgabe irgendeiner Illustrierten zu blättern.
  • Während du den Garten umgräbst, die Gabel in die Erde stecken und zum Rosmarinstrauch rübergehen, um seinen wunderbaren Duft zu riechen.
  • Sich ans Klavier setzen und ein Lieblingsstück spielen.
  • Zwei Reihen am Pullover weiterstricken.

Jetzt du: