Es geht nicht ohne Kompromisse

Das wird schwierig, das mit plastikfrei.
Meine Recherchen ergaben folgendes: Im kleinen Milch-Quartierladen kann ich ausser Joghurt und Sahne nichts im Glas kaufen. Die offene Milch – ich habe nicht mehr nachgefragt, ob sie noch erhältlich ist – mögen meine Kids eh nicht. Der Käse wird zwar offen verkauft, ist aber samt und sonders in Frischhaltefolie gewickelt, bzw. damit abgedeckt. Also richtig plastikfreien Käse gibt es nicht. Die kleinen Produzenten dürfen nichts mit Glas in die Grossverteiler mehr liefern, meinte der Milchmann. Irgendwann hätten wir diese Rechnung zu bezahlen.
Butter ist in Kunststofffolie gepackt, oder nicht bio, ausser dem aus der sauteuren Pro Montagna Linie.
Die Molkerei im Nachbardorf wird nächste Woche unter die Lupe genommen. Falls ich dort nicht fündig werde, gibts für mich momentan fast keine plastikfrei erhältlichen Milchprodukte.
Plastikfreies Brot hab ich noch nicht gefunden, beim Grossverteiler zumindest nicht. Bloss Brötchen im Offenverkauf darf ich in selbst mitgebrachte Beutel packen. Vermutlich gilt das für die Theke vor dem Laden auch. Nachgefragt habe ich nicht. Als nächstes nehme ich mir die Bäckerei im Quartier vor.
Apropos Nachfragen: Das muss ich beim Lieblingsgrossverteiler doch noch. Wurst und Fleisch offen zu kaufen, wäre schon mal ein Fortschritt. Erschrocken hab ich festgestellt, dass ich nicht mal weiss, wo die nächste Metzgerei wäre.

Sicher ist, ohne Kompromisse geht es nicht. Warum verkauft denn niemand die Dinge in Bio-Qualität, schadstoffarm, zusatzstoffffrei, gescheit oder gar nicht verpackt und fair gehandelt?

Der Widerstand in meiner Familie ist auch nicht ohne. Figlia meinte: „Also wenn du jetzt alles selber machst, zieh ich aus.“ Fragen kommen: „Gehst du jetzt ernsthaft mit diesen Beuteln einkaufen?“ „Warum ist das jetzt plötzlich so ein Riesenthema! War doch vorher auch nicht wichtig, oder?“ „Oh, Achtung! Plastik!“ wird gewitzelt und die Augen werden verdreht, wenn ich irgendwas zum Thema sage.

Weitermachen, und zwar still und leise, ist die Devise. So schnell gebe ich nicht auf.

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Selbst gemachtes Waschpulver: Erfahrungen

So, lange genug getestet, um euch ein paar Erfahrungen weiter zu geben.

Das selbstgemachte Waschpulver riecht nach der Seife, die man verwendet.

Zuerst habe ich diese Olivenölseife verwendet

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Ihr Geruch erinnert mich an heisse Eisenbahnschwellen. Nicht gerade das, was ich unter frischem Wäscheduft verstehe. Die Wäsche roch entsprechend. Also nicht frisch. Aber Augen zu und durch. Wegwerfen gilt nicht.
So viel ätherische Öle dazu  zu mischen, wie ich vermutete, dass sie den Geruch übertönen könnten, traute ich mich nicht. Das Pulver muss ja noch waschen.

Beim zweiten Mal wählte ich eine Olivenöl-Seife, die einfach nur nach Seife roch und raffelte 100g Rosmarin-Handseife dazu. Bei 1.5kg fertigem Waschpulver völlig ausreichend für einen frischen, sehr dezenten Waldduft. Mhhhh.

Weiche, frische Seife zerfällt beim Reiben nicht in Pulver.

…sondern ergibt kleine Kringel, was das Vermischen mit Soda und die nachherige Dosierung ein wenig schwieriger macht. Zweimal durch die Küchenmaschine lassen, hilft.

Zu bröckeliges Soda reibe ich gleich hinterher mit und zum Schluss mische ich alles mit der Küchenmaschine durch.

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Zusammenfassung

Die Kombination mit Zitronenweichspüler ist top. Ich muss nun nicht mehr weiter testen, sondern werde bloss noch ein wenig mit den verschiedenen Seifen herum experimentieren.

 

Waschpulver

Seife raspeln. Wägen.
Etwa gleich grossen Gewichtsanteil Waschsoda, oder Waschsoda und Backsoda je zur Hälfte gemischt, dazugeben. Dosierung: 2 gehäufte Esslöffel / 70ml pro Waschgang.

 

Weichspüler

In 0,75l Sirupflasche 2-3 EL Zitronensäure geben.
Mit Wasser auffüllen. Schütteln.
Dosierung: ca. 1dl pro Waschgang.

 

Beides passt für rund 15° französische = 8,4° deutsche Härte und eine 6kg-Maschine.

 

Viel Vergnügen und Freude beim selber Experimentieren.

 

 

 

Weichspüler ersetzen

Nachdem meine erste Portion selbstgemachten Waschpulvers alle ist, brauche ich die Vorräte meines bisherigen Waschmittels auf. In der Zwischenzeit teste ich Alternativen für Weichspüler.

Erst mal habe ich alle Weichspüler aus meinem Vorrat mit einem Zettel „zu verschenken“ auf das Flohmarkt-Fenstersims in unserem Haus gestellt und geschmunzelt als ich die Flaschen ein paar Tage später im Waschmittelregal in der Waschküche wieder angetroffen habe. Allerdings waren sie nun nicht mehr in meinem Fach.

Mangels Alternativen hab ich die Wäsche zuerst ohne Weichspüler gewaschen und war einigermassen erstaunt und erschrocken, dass man das erst nach drei, vier Mal waschen merkt. Jetzt hatte ich doch so niedrig dosiert und in meiner Wäsche waren trotzdem so viele Rückstände geblieben. Das hat mir zu Denken gegeben.

Nach vier, fünf Mal ohne Weichspüler wurden mir die Sachen zu hart und auch zu zerknittert. Ich bügle so gut wie nicht. Daher ist das schon ein wichtiges Kriterium für mich. Und irgendwie dachte ich, wenn das Leben im Allgemeinen und das Aufstehen im Besonderen schon so hart sind, müssen die Klamotten sich morgens wenigstens kuschelig anfühlen. „Weeeeeerbuuuuuuung!“ klingelte es in meinem Kopf. So prägen sich Dinge ein, die eigentlich kompletter Blödsinn sind. Und das alles nur, weil mal jemand gefunden hat, dass eine Firma nur dann erfolgreich ist, wenn Umsatz und Gewinn dauernd und für immer wachsen. Ebenfalls kompletter Blödsinn. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Zurück zu mir. Zum zweiten Mal musste ich innehalten. So sehr glaube ich, all das Zeug zu brauchen, das mir die Werbung verkaufen will?!
Trotzdem: ein wenig weniger zerknittert wäre gut.

 

Also eine Alternative musste her. Einfach. Ökologisch. Wirksam.

Im Netz gibt es Rezepte mit Zitronensäure und welche mit Essig.
Ich las an verschiedensten Stellen, dass Essig die Gummidichtungen angreife. Das möchte ich natürlich nicht.

Dieses Rezept auf Zitronensäurebasis hab ich ausprobiert.

4-6 EL Zitronensäure (je nach Wasserhärte auch weniger oder mehr) in einem Liter Wasser auflösen.
Pro Waschgang ca. 1/2 dl verwenden.
Am besten probiert man anhand der Weichheit der Wäsche seine eigene Dosierung aus.

Bis jetzt hab ich den Weichspüler pur, also ohne Duftöl hergestellt und er funktioniert wunderbar.

Die Wäsche wird weich. Nicht so weich wie mit Weichspüler, aber deutlich weicher als ohne irgendwas und die Weichheit ist irgendwie anders als mit Weichspüler. Ich habe das Gefühl, ich spüre schon beim Aufhängen, dass der Stoff noch atmet. Und das fühlt sich viel angenehmer an. Es war gut, erst mal ganz ohne zu waschen um den Unterschied zu spüren.

Ich habe das Duftöl weggelassen. Öl im Abwasser kriegt man in der Kläranlage nur schwer wieder raus. Ich finde auch nicht, dass meine Wäsche mehr duften müsste. So ein Duft verflüchtigt sich ohnehin rasch.

 

Es tut gut, eine wirklich brauchbare Alternative zu haben und sich so wenigstens an einer kleinen Stelle etwas aus dem Wirtschaftshamsterrad auszuklinken und es tut gut, Geldbeutel und Umwelt zu entlasten.

Und noch eine überraschende Beobachtung habe ich gemacht: Auf einmal rieche ich die Weichspüler anderer Menschen und frage mich, warum denn Wäsche so sehr duften muss.

Jetzt bin ich sehr gespannt auf die Kombination von selbstgemachtem Waschpulver mit selbstgemachtem Zitronenweichspüler. Ich werde berichten.

Waschen mit Soda

Als ich im Alter meiner Tochter war, hatte ich genaue Vorstellungen von meinem zukünftigen Leben. Meine Träume spielten in einem Haus auf dem Land und wir machten fast alles, was wir zum Leben brauchten, selber. Mein Leben ist ein wenig anders gekommen. Der Traum vom einfachen Landleben blieb.
Einfache und natürliche Zutaten und alte, vergessene und meistens umweltschonende Methoden hatten es mir deshalb immer schon angetan. Das Selbermachen sowieso.

Vor ein paar Wochen bin ich bei meiner Namensvetterin auf dem Blog nebenan auf ein verblüffend einfaches Rezept für Waschpulver gestossen. Es liess mir keine Ruhe, ich wollte es ausprobieren. Schon lange hatte ich im Sinn, den Wasch- und Putzteil meines Haushaltes ein bisschen zu verändern. Da und dort habe ich ein paar Schnipsel in meinen Alltag integriert. Schmierseife, Putzessig, Putzsprit und einen Putzstein. Aber etwas fehlte.

Während ich meinen ersten Versuch startete, schrieb Frau Kreativberg eine Aktualisierung, eine Vertiefung des Themas. Das ist immer schön, wenn man so direkt bestätigt wird.

Hier sind nun meine ersten Resultate:

  • Waschsoda bekommt man bei uns im C.o.o.p. Es ist ein bisschen klumpig.
    Für mein erstes Waschpulver kaufte ich den billigen Seifenblock vom selben Regal und raffelte nach der Seife das Sodapulver gleich mit.
  • Vom Waschergebnis bin ich sehr überzeugt. Die Wäsche wird sauber, nach meinem Empfinden sogar sauberer und riecht angenehm frisch.
  • Auch in der Geschirrwaschmaschine funktioniert Soda bestens: 2-3 Teelöffel ins Pulverfach geben. Wunderbar! Einen billigeren Reiniger hatte ich nie.

Während ich nun meinen schon gekauften Waschmittelvorrat aufbrauche,  habe ich ein wenig Zeit zum recherchieren.

  • Hier habe ich das Rezept für das Waschpulver noch einmal gefunden. Ausserdem weitere gute Tipps, wozu man Soda brauchen kann.
  • Hier habe ich ein Datenblatt über Waschsoda gefunden.
  • Hier weitere Rezepte für die Haushaltreinigung.
    Aber Achtung, stöbert in dem Laden nicht weiter! Da kann man gucken und gucken und gucken. Ich hab ein paar Sachen gefunden, die ich schon lange suche und von denen ich nicht mehr glaubte, dass es sie noch gibt. Auf meiner Wunschliste sind schon 20 Artikel…
  • Ich habe mich daher momentan mal auf das Kapitel Putzmittel und Zubehör konzentriert und werde sicher eine Bestellung aufgeben.

Momentan suche ich eine günstige Bezugsquelle für Olivenölseife in der Schweiz.
Ausserdem denke ich darüber nach, auch für die Körperreinigung auf Seife umzusteigen. Es gibt Olivenölseife mit Lorbeerölanteil. Das ist für trockene Haut besser.

Ich werde euch weiter über meine Erfahrungen berichten. Inzwischen lest doch die schönen Artikel von Maria und probiert es selber aus. Selbstgemachtes Waschpulver ist ein Genuss und sehr preiswert.