Alles hat seine Zeit

…und manchmal fügt sich ein Teil so perfekt zum anderen, dass man unweigerlich auf die Idee kommt, es könnte ein Masterplan, eine Art Drehbuch hinter allem stecken.

Als Christ ist mir dieser Gedanke nicht fremd, im Gegenteil. Und als ein solcher habe ich vor vielen Jahren meine Mondbücher weggeworfen weil ich, also eigentlich die Kirche, in die ich ging, sie als Aberglauben verurteilte. Etwas in meinem Inneren sagte mir damals, dass es sehr wohl sein kann, dass der Mond einen Einfluss auf das Geschehen auf der Erde hat, aber etwas anderes in mir wollte diesen ungelösten Fragen nicht nachgehen. Es war einfacher und massenkonformer, zuzustimmen, zu nicken und zu gehorchen.

Inzwischen bin ich alt genug, zu wissen, dass man niemals alles weiss und alt genug, mich zu trauen, selber zu denken. Das gesamte Menschheitswissen ist nur ein winziger Bruchteil des Ganzen, auch wenn sich die Geschwindigkeit, mit der sich dieses Wissen vermehrt, in den letzten fünfzehn Jahren fast vervierfacht hat! Wir werden trotz dieses Affentempos das Ende des Wissens niemals erreichen. Und wir können nur von unserem Standpunkt aus sehen. Wir können uns den des anderen bestenfalls vorstellen, aber ihn wirklich einnehmen? Ich glaube nicht. Und wir haben trotz dieses Affentempos auch Wissen „verloren“, das mal sehr verbreitet war.

Die Mondbücher haben nun nach vielen Jahren meinen Weg wieder gekreuzt, ergänzt um ein Buch, das es damals noch nicht gab. Es ist anders als die anderen Bücher dieser Autoren. Klar und geradlinig werden die Gedankengänge vor einem ausgebreitet, so, dass man die Zusammenhänge nachvollziehen kann. Nichts klingt nach Aberglaube, nichts nach Esoterik, im Gegenteil. Ich habe selten ein bodenständigeres Buch gelesen, das einen explizit darauf hinweist: „…Verlaufen Sie sich dabei nicht, und lassen Sie sich nicht in eine fanatische Richtung verführen, sonst sind Sie nicht besser dran…“

Wusstet ihr, dass das Wissen vom richtigen Zeitpunkt noch vor wenigen Jahrzehnten weltweit! verbreitet war? Wusstet ihr, dass sogar die Tiere sich daran halten und Vögel z.B. nur an bestimmten Tagen ihr Nistmaterial sammeln, so, dass das Nest nach einem Regen rasch trocknet und nicht brüchig wird? Ich erinnere mich noch an jene Kalender, in denen nebst den Mondphasen auch Tierkreiszeichen notiert waren, aber niemand konnte mir erklären, was sie bedeuten.

Unsere Vorfahren, die etwas weiter zurückliegenden, waren darauf angewiesen, ihren Künsten – Bebauen der Felder, Holz schlagen, Heil- und Pflegemittel herstellen etc. – das Wissen vom richtigen Zeitpunkt hinzuzufügen. Sie hatten keine Konservierungsmittel oder chemische Zutaten, die ihnen diesen Dienst abgenommen hätten.
Sie beobachteten die Natur und stellten fest, dass alle alltäglichen Handlungen vom Mondstand beeinflusst werden, dass Pflanzen und Tiere sich danach richten, Ebbe und Flut, das Wetter und Geburten davon beeinflusst sind.
Um das gesammelte Wissen besser und einfacher weiterzugeben, erfanden sie ein System. Sonne, Mond und Sterne waren da, von der Natur zur Verfügung gestellt als natürliche Zeitmesser. Sie beobachteten, dass bestimmte Kraftimpulse monatlich zwei, drei Tage dauern und der Mond in dieser Zeit immer durch die gleichen Sterne wandert. Also lag es nahe, diese Sternengruppe zu einem Bild zusammenzufasssen und ihr einen griffigen Namen zu geben, der zum jeweiligen Kraftimpuls passte. Zwölf solche Kraftimpulse entdeckten sie, die von der Sonne im Laufe eines Jahres und vom Mond im Laufe eines Monats durchwandert werden. So entstanden die zwölf Tierkreiszeichen. Der Himmel war jetzt ein Kalender und man konnte im Voraus berechnen, wann die guten Tage des richtigen Kraftimpulses wieder kommen würden und seine Arbeiten danach planen. Jetzt weiss ich, warum ich meistens bei bestem Willen nicht nachvollziehen kann, weshalb die Menschen in einem wirren Haufen Sterne einen Steinbock oder Widder oder eine Waage sahen. Es sind Namen für die Kräfte, die zu dem Zeitpunkt wirken, wenn der Mond gerade durch diesen Sternhaufen wandert.

Mir als Christ stellt sich spätestens jetzt die Frage: Haben Sonne, Mond und Sterne tatsächlich einen Einfluss auf uns, oder sind sie lediglich Zeiger auf einem Zifferblatt, die uns die jeweils beobachteten Energien anzeigen? Dass es diese Kräfte gibt, kann ich nicht abstreiten. Ich beobachte sie selbst.
Die Autoren antworten: Wir wissen es nicht. Wir beobachten nur und benennen die herrschenden Einflüsse der Einfachheit halber so. „Es ist handlicher zu sagen: „Der Mond im Stier beeinflusst die Halsregion“, als zu schreiben: „Wenn der Mond im Stier steht, herrscht gleichzeitig auf der Erde eine Kraft, die auf den Halsbereich wirkt.“
So formuliert macht es für mich Sinn und kommt meinem Glauben nicht als Aberglauben in die Quere. Es steht schon im alten Testament, dass alles seine Zeit habe.

Die Gedanken, die mir in diesem Buch vorgelegt werden, sind neu und vertraut zugleich. Zum Beispiel dieser: Es ist der Moment der Berührung, der die Wirkung überträgt. Denken wir an eine Massage, dann ist diese Aussage völlig logisch. Wenn wir mit Berührung mehr meinen, die Handlung selber oder auch ein Gedanke, dann weitet sich der Sinn der Aussage. Wenn wir tun oder denken passiert mehr als nur Handlung und Gedanke. Unsere innere Haltung, die Beweggründe und Ziele, die uns zu dieser Handlung veranlassen, werden genauso übertragen. Obwohl sie zum Zeitpunkt der Übertragung unsichtbar sind, werden sie dennoch heute, morgen oder in zehn Jahren für alle in irgendeiner Art und Weise sichtbar werden. „Wenn man aus Liebe berührt, erzeugt man immer Liebe. Wenn man aus Berechnung berührt, kommt ein Tauschhandel zustande (oder auch nicht).“
Und im Augenblick der Berührung werden ausser der inneren Intention auch die Kraftimpulse und Energien, die auf der Erde wirken, transportiert. „Die Kräfte, die durch den Zeitpunkt – die Mondphasen und den Mondstand im Tierkeis – gekennzeichnet sind, werden durch die menschliche Absicht wie in einem Brennglas gebündelt und verstärkt.“

Was mir an dem Buch gefällt, ist seine undogmatische Art. Man muss sich nicht pedantisch an die Angaben halten. Man darf sie als Hilfe benützen und flexibel und lebendig anwenden. Auch wenn man den Mondstand seit Tausenden von Jahren auf die Minute genau berechnen kann, wäre es fatal, beschränkte man seine Handlungen minutengenau auf einen so berechneten idealen Zeitpunkt. Kräfte und Energien wechseln nicht von einer Sekunde zur anderen, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Der Mond braucht ca. zweieinhalb Tage um durch ein ganzes Tierkreiszeichen zu wandern. Am Anfang dieser Phase wirken die Kräfte des vorhergehenden Zeichens noch nach, gegen Ende wirken schon die Energien des nachfolgenden Zeichens. Es gibt auch immer genügend Alternativen, wenn z.B. das Wetter oder Termine einem Vorhaben im Weg stehen. In verschiedenen Zeichen wirken ähnliche Kräfte. Die Natur lässt sich nicht in ein starres System zwingen. Der Mondkalender ist ein Werkzeug, ein Hilfsmittel, nicht weniger aber auch nicht mehr.

Was mir ebenfalls gefällt, sind die Parallelen, die ich in meiner Weltanschauung finde. Da steht zum Beispiel: „Statt leblose Hybriden zu züchten, die nicht keimfähiges Getreide abgeben, sollten wir zurückkehren zu wirklich lebendigem Getreide, das die Kraft zur Fortpflanzung in sich trägt. Und uns dann erinnern an die alte Weisheit der Natur: Wer Schönes bekommen will, muss Schönes opfern. Machen Sie es wie die naturverbundenen Gärtner: Sie lassen die kräftigsten, schönsten Radieschen stehen, statt gerade sie zu ernten, und warten dann, bis die Samen reif sind.“
Diese Aussagen erinnern mich schwer an die Empfehlung in der Bibel, dass wir den zehnten Teil von allem opfern sollen.

So, ich glaube, für heute habe ich genug gesagt. Diesen Beitrag schreibe ich nicht im Auftrag von irgendjemandem und schon gar nicht gegen Bezahlung. Aber ihr müsst damit rechnen, dass ich das Buch nicht zum letzten Mal erwähnt habe ;-)

Bis bald,

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PS. Danke an Der Emil, der mir den ultimativen Tipp für das Einfügen der Unterschrift gegeben hat. Dauerte nur fünf Minuten, ist nicht ganz perfekt, aber ich lass das jetzt so :-)

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