Plastikwelt

Vor ungefähr eineinhalb Jahren,als ich auf Marias Blog den Beitrag über Plastik las, dachte ich: Na ja, diesen Film sehe ich mir besser nicht an. Könnte schwierig werden, danach normal weiter zu machen. Und unbequem, etwas zu ändern. Ich schob das Thema weg und wollte mich irgendwann vielleicht schon mal damit befassen, aber nicht jetzt.

Vor ein paar Tagen beschloss das Thema, dass es nun Zeit für mich sei. Es stolperte von ganz anderer Seite auf meinen Weg.
Auf der Suche nach vegetarischen Low-Carb-Rezepten und einem kurzweiligen Fitnessprogrämmchen landete ich bei einem Artikel über Aromen, Aluminium, Weichmacher und Süssstoff. Diese Stoffe würden das Gehirn verwirren und die Appetitregulierung stören.
Dass das für Süssstoffe, Aromen oder Glutamat gilt, wusste ich. Aber Weichmacher??? In Versuchen mit Ratten fand man heraus, dass die Aufnahme dieses Stoffs allein mit dem Trinkwasser zu Fresssucht und damit zu Übergewicht führen kann. Tiere! Übergewichtig! Gibts doch gar nicht!
Nach ein paar weiteren Recherchen war klar, ich möchte dieses Zeug nicht an meinen Esswaren. Und nach dem Wocheneinkauf war klar, dass das wirklich schwierig werden wird. Es gibt nichts, was nicht in Plastik verpackt ist. Den Film hab ich noch nicht mal gesehen (das werde ich noch nachholen), aber ich kann schon jetzt nicht mehr so weiter machen wie vorher.

Nach der Enttäuschung, dass es in meinem Lieblingsgrossverteiler so gut wie nichts ohne Plastik gibt, und ich laut meinem Nachfragen vor vielen Jahren keine selber mitgebrachten Behältnisse für offen verkaufte Lebensmittel mitbringen darf, wollte ich beim Konkurrenten nachsehen. Normalerweise hat dieser nämlich in Sachen Bio & Co. die Nase vorn. Und siehe da: Es gibt erstens mehr offen verkaufte Lebensmittel und zweitens darf ich sie in mitgebrachte Tüten abfüllen, sofern ich die Sachen an der Kasse selber einscanne und nicht aufs Band lege.

Im Bioladen in der Stadt fand ich wiederverwendbare Netztüten für Gemüse und Früchte.

Jetzt ist im Joghurtbereiter ist frische Milch mit Joghurtkulturen angesetzt und ich hab ein paar Stöffchen rausgesucht um mir ein Sortiment an Beuteln zu nähen. Brot und Joghurt möchte ich wieder selber machen, wie früher. Beides gibt es bei uns nicht ohne Plastik.
Während der Joghurt dick wird, lese mich von einem wunderbaren Blog zum nächsten und finde geniale Ideen, wie man sein Leben plastikfrei gestalten kann. Mädels, ihr habt den Dreh längst raus! Ich bin wieder mal im Schneckentempo unterwegs. Anleitungen für Brotbeutel, Netztüten aus alten Gardinen zum Einkaufen, hier auch.

Klickt euch durch die Links und auch durch die Links, die ihr in den angeklickten Artikeln findet.
Die Tabs bleiben in meinem Browser erst mal alle offen, damit ich weiter stöbern kann. Da kommen sicher ein paar neue Blogs auf meine Leseliste.

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Alternative zum Wegwerfen

Was macht man mit einem Stuhl, an dem ein Bein kaputt ist? Mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Mit einem Wollpullover mit Mottenlöchern? Wegwerfen?

Nein. Bessere Idee: Man nimmt das defekte Teil und besucht ein Repair-Café.
Noch nie gehört? Das ist ein Treffen bei dem man kaputte Sachen mitbringen kann und sie gemeinsam mit anderen kostenlos repariert. Also lernt, zu reparieren. Vor Ort sind Materialien und Werkzeuge aller Art, z.B. für Kleidung, Möbel, elektrische Geräte, Fahrräder, Spielzeug und vieles mehr, und Experten, die mich fachlichem Rat helfen.

Ich finde das eine geniale Idee. Es hat mich schon immer gestört, dass wir Unmengen Dinge einfach wegwerfen weil die Reparaturen viel zu teuer sind. Wir wissen einfach nicht mehr, wie man Dinge selber repariert oder denken schlicht, das Gerät müsste von einer anerkannten Fachstelle repariert werden weil nur die das wirklich können. Auch wieder kompletter Blödsinn.

Wenn du in der Nähe eines solchen Cafés wohnst, dann probier es doch einfach mal aus! Es macht Freude, Dinge selber zu reparieren. Eine ganz eigene Freude weil man spürt, dass es etwas Gutes ist. Gut für die Umwelt, gut für die Hände und den Kopf, gut für das Gemüt weil man etwas Sinnvolles tut. Gut weil man die Lebensdauer von etwas verlängern kann. Gut weil das neue Teil, das man gekauft hätte, mit grösster Wahrscheinlichkeit die schlechtere Qualität gehabt hätte. Einfach gut.

Plane aus Plasiktüten selbermachen

Gleich weiter mit dem Experimentieren!

Etwa 5 Lagen Plastiktüten zwischen zwei Backfolien bügeln, dabei das Bügeleisen immer bewegen.
Das ganze Sandwich umdrehen und auch von der anderen Seite bügeln.
Testen, ob alles schön zusammengeschmolzen ist. Sonst weiterbügeln.

Fertig ist der neue „Stoff“.

Weiterverarbeiten wie Plane.
Also zum Beispiel in Streifen schneiden.

Streifen aufnähen.

Was draus geworden ist, zeig ich euch dann, wenn es fertig ist.

So, ich muss wieder. Bügeln und so.

kostenlose Bügelmotive

Da hab ich ja was gaaaaaaaanz Wunderbares entdeckt: Iron-on’s aus Plastiktüten.
Sowas Cooles musste ich natürlich sofort ausprobieren. Sofort.
Recycling! Davon bin ich absoluter Fan. Darüber hinaus eine neue Art, genähte oder fertige Dinge zu Einzelstücken zu machen. Ich liebe das.

So einfach ist es:
Eine Plastiktüte mit einem schönen Motiv suchen

das Motiv ausschneiden

einen festen Karton auf das Bügelbrett, darüber ein Stück Stoff oder ein T-Shirt legen
das Motiv mit Backpapier bedecken

mit festem Druck und ohne Dampf auf Stufe Baumwolle etwa zehn Sekunden bügeln

die Backfolie vorsichtig abziehen

sich freuen :-)

Fehlt nur noch, dass die Motive den Waschtest bestehen. Dann hätte ich die wirklich coolste Idee seit langem entdeckt. Ich werde berichten.

Klickt, wenn ihr Lust auf noch mehr Inspiration habt, auf die Links dort. Da rattern bei mir gleich die Ideenzahnrädchen…

getestet

Heike von freches Früchtchen suchte vor ein paar Wochen nähwütigewillige Blogleserinnen, die ihr neustes Werk Mia betatesten wollen. Ich war dabei.

Hier meine Kreation:

Überrock und die gemusterte Rüsche sind aus Bettwäsche vom Brockenhaus. Das Spitzenband und der rosarote Unistoff aus meinem Fundus.
Für das Shirt nahm ich ebenfalls zwei Stoffe aus meinem Fundus. Die Blume hab ich aus dem Baumwollstoff ausgeschnitten und mit doppelseitigem Klebevlies und auswaschbarem Stickvlies appliziert.
Das Nähen hat Spass gemacht. Nach meinem Urlaub muss ich euch mal zeigen, wie man mit der Overlockmaschine Rüschen zaubern kann. Und so ein Applikations-Tutorial wäre vielleicht auch mal was.

Hier noch ein Bild der ganzen Kombination. Vom Shirt hab ich noch kein Einzelfoto. Das Ding hängt gerade auf der Wäscheleine…

Figlia war mächtig stolz, modeln zu dürfen.

Handwerke

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Eine neue Tasche hab ich kreiert.
Sie ist aus Resten eines Verdunkelungsvorhangs gefertigt, oben mit einer Plastiktaschenborte verschönert und natürlich mit Schriftzug in meiner derzeitigen Lieblingstechnik versehen.
Ich werde sie als Werbeträger selbst verwenden. Sie hat als Prototyp den einen oder anderen Schönheitsfehler. Der Rest des Stoffes reicht noch für ein paar weitere Einkaufstaschen. Ich bin gespannt, wie sie alle aussehen werden.

Meine Knopfketten brauchen einen Motivationsschub. Ich hab ihnen heute Visitenkarten bestellt und werde diese meinen Freunden verteilen. Mal sehen, was aus dem Ganzen wird.

Als drittes Projekt entstehen Kindersweatjacken. Die Reissverschlüsse sollten unterwegs sein und dann kanns weitergehen. Ich werde euch Bilder zeigen, wenn sie fertig sind.

Wie hier auf meinem Blog, kann ich mich wieder mal nicht auf ein Thema beschränken. Das ist einfach nicht meine Art. Das verleidet mir viel zu schnell.