Das Fazit der Biotta-Saftwoche

Die beiliegende Broschüre (pdf) ist zu wenig ausführlich für Erstfastende. Den GU-Ratgeber „Wie neugeboren durch Fasten“ empfehle ich als Zusatzlektüre. Will man erfolgreich fasten, befasst man sich als Erstfastender am besten gründlich mit dem Thema, sprich, liest erst das Buch, bevor man sich allein ans Fasten wagt.
Für solche, die nicht das erste Mal fasten, kann die Broschüre genügen. Sie bringen ja eigene Erfahrungen mit.

Wenn man sich andere Essgewohnheiten in Richtung mehr Vollwertkost, weniger Salz und weniger Zucker aneignen will, fastet man besser nach den Rezepten im Buch. Biottasäfte sind süss oder salzig.

Ohne gründliche Darmreinigung mittels Darmspülungen, ist die Reinigungswirkung abgeschwächt. Das wird in der Broschüre zu wenig betont.

Fasten im Alltag ohne paralleles Programm für Seele und Geist bringt nur dem Körper, den Essgewohnheiten und der Neugier etwas.

Körperliche Wirkungen:

  • ca. 3.5kg Gewichtsverlust
  • Kennenlernen des Körpers
  • Geschmacksintensivierung
  • an die eigenen Grenzen gehen
  • Lernen, dass ich weniger brauche, als gewohnt und angenommen
  • keine Lust auf Süsses oder Kaffee, solange ich abstinent war

Seelische Wirkungen:

  • Die Freiheit des Nicht-Haben-Müssens
  • Stolz, es geschafft zu haben
  • Das Wissen: Ich kann, wenn ich will
  • häufigere und besser erinnerte Träume (aber chaotischere als üblich)

Für tiefere geistige oder seelische Wirkungen muss man vermehrt und länger fasten. Eine Woche kann nicht so tief greifen. Zum Starten und Lust auf mehr machen ist sie aber ideal.

Das werde ich beibehalten:

  • Trockenmassage, kühl duschen an schlappen Morgenstarts
  • Honig zum Süssen von Tee nehmen
  • Aromaforce statt Produkt mit Glutamat zum Nachwürzen der Speisen verwenden
  • vermehrt frische Kräuter einsetzen
  • kleinere Essmengen
  • wenn immer möglich regionale oder biologische Produkte kaufen
  • wieder weniger Öl zum Kochen verwenden

Das Fasten ist nach einer Woche längst nicht ausgelotet. Aber es macht Lust auf mehr.
Ich werde sicher ab und an im Fastenbuch schmökern und mir von dort den ein oder anderen Tipp für den Alltag abkupfern.
Ich hab Lust auf Fasten- oder Frischkosttage zwischendurch und ich werde vermutlich 1-2 mal im Jahr eine Woche lang fasten.

Werbeanzeigen

Der zweite Aufbautag

Heute fühle ich mich, als könnte ich Bäume ausreissen. Nix Aufbauflaute.
Nur schon für dieses Körpergefühl und den Stolz, es wirklich geschafft zu haben, hat sich die Mühe gelohnt.
Den Magen spür ich nur nach dem Essen kurz, nämlich, dass er ein bisschen grösser ist. Hunger hab ich nicht. (Im Gegensatz zu den Safttagen, als ich den Hunger mit Trinken im Schach hielt.)
Ich esse wie ein Vögelchen und brauche gar nicht mehr.
Zum Frühstück 1/4l Weizenschrotsuppe mit einer Feige. 1 Tasse weisser Tee
Zum Mittagessen etwas grünen Salat, 100g gedünstete Möhren, zwei Pellkartoffeln. Quarkjoghurtcreme mit Himbeeren. Mmmmh! Das schmeckte so lecker, wie ich mir den Apfel vorgestellt hatte. Vorallem die Kartoffeln mit den Möhren.
Nachmittags viel trinken: 1/2l Apfelsaftschorle und 1 Tasse Tee, Wasser
Das Nachtessen steht noch aus ;-)

Das Fazit der ganzen Saftwoche kannst du in den nächsten Tagen hier nachlesen.
Bis dann.

Der erste Aufbautag

Ausgerechnet heute, wo ich mit dem Fasten aufhöre, habe ich morgens am wenigsten Schwierigkeiten mit dem Kreislauf gehabt. Ironie des Fastens.

Den Apfel hab ich mir gedünstet. Den mag ich auch im Normalzustand nicht roh auf leeren Magen essen – des Sodbrennens wegen. Er schmeckte überraschenderweise nicht sonderlich gut. Vielleicht weil ich nicht so richtig Zeit und Musse hatte, ihn zu geniessen.
Mittags einen Teller Suppe, war auch nicht das Gelbe vom Ei, warum auch immer.
Nachmittags Spaziergang. Ich fühlte mich, als ginge ich auf Watte. Kreislaufschwierigkeiten sind an Aufbautagen normal. Der Körper muss sich ja erst wieder an die Verdauungsarbeit gewöhnen.
Abends darf ich eine Tomatensuppe mit 1 Scheibe Knäckebrot essen und dazu Buttermilch mit Leinsamen trinken. Ich freu mich auf das knusprige Brot!

Bis morgen! Dann berichte ich über den zweiten Aufbautag (mit Abendeinladung. Die Gastgeberin hat ihr Menü kurzentschlossen auf Pellkartoffeln umgestellt, damit ich mitessen kann. Ist das nicht lieb von ihr?) .

Fünfter und letzter Fastentag

Geschafft!

Heute Morgen das Übliche, ein wenig stärker. Bin aktiv dagegen angegangen – ich weiss ja jetzt, wie.
Ich beobachte: Je länger der Tag dauert, desto stabiler wird der Kreislauf.

Morgen Vormittag werde ich das Fasten brechen: mit einem Apfel. Ich freue mich schon.
Und wenn ich nichts anderes gelernt hätte aus dieser Woche, für diese Vorfreude auf das Essen hat sie sich schon gelohnt.
Im Alltag freue ich mich sonst nicht in dieser Art auf das Essen. Jetzt kann ich meine Familie besser verstehen, die das immer tut.

Es ist noch zu früh für ein Fazit, aber so viel kann ich schon verraten: Es hat sich gelohnt.
Wahrscheinlich werde ich, aus der Praxis der Aufbautage, neue Essgewohnheiten zulegen.
Und: Man kann wirklich von erschwerten Bedingungen reden, wenn man als Erstfaster mitten im (Berufs)-Alltag steht, seine Familie bekochen muss und diese es schade findet, dass man nicht mit isst. Darum breche ich brav nach einer Woche ab. (Ist in meiner Fastenbibel so empfohlen für Menschen, die das erste Mal fasten.)
Ich werde es mir allerdings nicht nehmen lassen, ab und zu eine Woche lang zu fasten. Die Sommerferien würden sich zum Beispiel eignen.
Mal sehen, was das Leben so bringt und wo das Fasten hineinpasst.

Der vierte Saft-Tag

Schlechter Start heute Morgen. Die Kopfschmerzen haben sich zurückgemeldet und schlecht wurde mir auch weil der Kreislauf nicht mitspielte. Diesmal aber hab ich von Anfang an gewusst, was hilft. Also, ab ins Bad! Erst den ganzen Körper kräftig abgerubbelt, dann kühl geduscht.
Danach fühlte ich mich wieder ganz normal und auch die Kopfschmerzen waren weg. Wunderbar, wenn man solche natürlichen Mittel kennt!

Ein überraschender Wandel: Gemüsesaft, den ich vor zwei Tagen noch ätzend fand, schmeckt plötzlich himmlisch. Schon nach vier Tagen fasten bin ich also nicht mehr so wählerisch.

Ansonsten wars ein – arbeitsmässig – strenger Tag heute, den ich mit regelmässigem Trinken und oben erwähnter Erfrischung gut gemeistert habe.

Bin mir noch nicht schlüssig, wie lange ich weitermachen will. Montag bin ich zum Abendessen eingeladen. Entweder nehm ich da selber was mit oder ich sprech mich mit der Gastgeberin ab. Mal sehen.

Der dritte Saft-Tag

Heute Morgen war ich erst mal noch ein wenig wackelig. Aber nach einer Wechseldusche (bei uns funktioniert die vollautomatisch, wenn man den Hahn ganz öffnet – regelmässige Wärme gibt’s nur bei halber Öffnung) und nachdem ich mich kräftig mit dem Frottiertuch abgerubbelt hatte, war mein Kreislauf wieder auf der Höhe.

Der Hunger ist klein, überraschend klein. Und er geht sofort weg, wenn ich ein paar Schlucke trinke.
Die Kopfschmerzen sind ganz verschwunden. Den Koffeinentzug habe ich also überstanden. Ähm, also, eigentlich hab ich ja nicht auf Null reduziert. Ich darf ja pro Tag zwei leichte Schwarztees trinken.
Leistungsmässig bin ich noch nicht ganz auf der Höhe. Wenn ich aber regelmässig was arbeite und nicht zu lange sitzen bleibe zwischendurch, die Sache dafür langsam angehe, dann funktioniert es bestens.

Meine morgendliche Meditation war heute anders. Auf welche Art, das weiss ich nicht so genau. Etwas Ähnliches wie damals ganz am Anfang hat sich verändert. Die erweiterte Selbstwahrnehmung hat sich vor meinen Augen weiter ausgeweitet. So ähnlich, nur total, muss sich das viel beschriebene Einheitsgefühl anfühlen.

Ich beobachte, dass etwas an mir essen will.
Ich will etwas zwischen den Zähnen haben.
Oder ich muss mir immer wieder auf die Finger klopfen, wenn ich gerade gedankenlos das Restchen der geraffelten Möhre in den Mund schieben oder die Sauce vorkosten will. (Kochen muss ich eben doch).
Den Essenden zuzuschauen, fällt mir nicht schwer.
Oder ich denke, du musst jetzt etwas essen, sonst kippst du noch um. Stimmt doch gar nicht! Ich muss lernen, auch mit meinem Verstand, meinem Körper zu vertrauen, dass das kein Problem für ihn ist. Dass er schon längst auf die innere Nährstoffversorgung umgestellt hat und keine Schwierigkeit damit hat, wenn ich nur trinke.
Oder ich möchte essen, nicht, weil ich Hunger hätte, sondern weil etwas anderes gesättigt werden möchte. Kann man es lernen, aus solchen Kreisläufen auszubrechen? Einfach nicht zu essen, wenn man keinen (körperlichen) Hunger hat. Den Hunger mit etwas anderem stillen? Nur: womit? Auch schöne Dinge, Entspannung, Beziehungen und sogar Spiritualität füllen nicht die ganze Leere. Auf Kommando? Das funktioniert sowieso nicht.
Freude! Ich glaube, reine, tiefe Freude ist etwas, was ganz ausfüllt. Oder innerer Friede. Zufriedenheit. In Freiheit sich selbst zu verschenken, auch. Also, jemanden oder etwas zu lieben.
Aber diese Dinge dauern nicht an. Und man kann das Davon-Ausgefülltsein nicht machen.
Ach, jetzt bin ich ganz schön ins philosophieren gekommen.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Tschüss, bis morgen!

Der zweite Saft-Tag

Heute Morgen befolgte ich brav die vielen guten Tipps für Menschen mit niedrigem Blutdruck. Und siehe da: Es funktioniert! Ich fühle mich ein bisschen wackelig noch, wie nach einer Krankheit, aber immerhin muss ich mich nicht in eine waagrechte Position begeben, um nicht umzukippen.
Und noch was: Gemüsesaft ist nicht mein Ding. Rein geschmacklich. Aber da ich nun welchen im Küchenschrank stehen habe, wird er einfach getrunken, basta.