Alles loslassen. Das Loslassen. Das Wünschen. Das Wollen. Das Erwarten. Sogar das Hoffen.

Wünschen – erwarten – hoffen. Unterscheidet sich eins vom anderen? Ist Enttäuschung immer das Ende einer Täuschung, das Ende einer (falschen) Erwartung oder könnte man sie auch zerschlagene Hoffnung nennen?

Sicher ist, dass ich mit wünschen, erwarten und hoffen irgendwie eine innere Kraft aufwende und benütze, von der ich denke, dass sie in der Lage ist, mich der Erfüllung meines Wunsches ein bisschen näher zu bringen.

Die einen Menschen sagen mir dann, dass ich mit meinem Wünschen und Sohabenwollen meinen eigenen Willen durchsetzen möchte, mein Leben nicht wirklich der Herrschaft Gottes unterstellt habe und er also nicht an erster Stelle sitzt und nicht über mich verfügt.
Die anderen sagen mir, dass dies das Ego sei, das sterben müsste und von dem ich frei werden muss, damit ich weiterkomme.

Sie sagen beide dasselbe mit anderen Worten.
Ich kann mein Leben Jesus übergeben. Ich kann das Ego loslassen. Es ist beides dasselbe.

Es geht allein um meine innere Haltung. Die Haltung, dass ich vertrauensvoll weitergehe, nichts erzwingen oder beeinflussen will. Ich werde dennoch auf rasantem Weg das erhalten, was ich mir in meinem Tiefsten wünsche. Zu dieser Haltung gehört aber, dass ich die Erfüllung nicht mit meinem Loslassen bezwecken möchte. Ich lasse nur los. Ohne Bedingung.

Solches Loslassen, wirklich ehrliches Weitergehen, ohne zu wollen, was ich ersehne, ist ein Geschenk, Gnade.
Einerseits.
Andererseits bereite ich mit meinem Wunsch und Bestreben, auf solche Art loszulassen, den Boden dafür.
Die wohlbekannten Gleichzeitigkeiten und Paradoxa auf der geistigen Seite des Weges.

Das grosse, zusätzliche, göttliche Geschenk, das jenseits solchen Loslassens auf mich wartet, ist die Erfüllung dieser innersten Wünsche. Sie können nicht anders, als erfüllt werden, denn sie sind aus Gott. Sie erfüllen sich zu ihrer Zeit und die ist dann, wenn ich völlig frei weitergehen kann, ob sich dieser Wunsch erfüllt, oder nicht.

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Ent-Täuschung

Manchmal hofft man.
Man hofft, dass Dinge sich ändern. Aber Dinge ändern sich nicht einfach so.
Man hofft, dass Menschen sich eines Tages abgewöhnen, die Schuhe im Treppenhaus liegen zu lassen. Aber sie tun es nicht.
Man hofft, dass Menschen sich öffnen, aber sie tun es nicht.

Man hofft, immer wieder.
Eines Tages gibt man die Hoffnung auf. Aber in Wahrheit hat man nur aufgehört, sich selbst zu belügen.

Hoffnung

Hoffnung. Still und klar leuchtet sie in der Dunkelheit, glättet die Stirn und hebt den Blick zu den Sternen. Ihre Glut ist stark, doch sanft. Ihre Wärme lässt Zweifel schmelzen und bittere Kälte ertragen. Es ist als ob in deinem Inneren ein unauslöschliches Licht brennt. Ohne dein Dazutun glimmt es, selbst in heftigsten Stürmen.

Eines Tages ist dir Hoffnung zu klein und unwirksam. Du versuchst, sie mit Wünschen gross zu machen. Malst alles schön bunt an, kleidest sie mit Sehnsucht und Gedanken. Und ohne, dass du es merkst oder gewollt hättest, ist aus der Hoffnung Erwartung geworden.
Jetzt lodert sie, vergeht, wenn sich nicht erfüllt, was du gewollt hast, brennt heftig, schmerzt, verzehrt die Hoffnung.
Was übrig bleibt, ist die Enttäuschung.

Wenn du vermagst, dies alles loszulassen: Enttäuschung und Erwartung, deine Sehnsucht und alle Gedanken, dein Wollen und Wünschen, und wenn du am Ende selbst die Hoffnung leicht wie einen Schmetterling in Händen hältst, dann wird sie bei dir bleiben, wird dich wärmen, tragen. Und du wirst spüren, dass ein Neues da ist, das sie nährt: Es ist das Einverstanden sein mit dem, was ist.