Hingabe

Warum kann ich manchmal nicht wahrnehmen, was ist?

Wie oft wohl bekomme ich etwas nicht mit, was da wäre? Verstellen meine Wünsche, die ich bis heute nicht klar von Träumen oder Erwartungen trennen kann, meine Sicht?

Ich denke darüber nach und ziehe meine Schlüsse. Ich werde vorsichtig. Vorsichtig mit Wünschen und Träumen, weil ich fürchte, in die Erwartungsfalle zu tappen. In die Falle, anzunehmen, dass etwas so und so ist, wenn ich ein paar wenige Hinweise habe. Ich nehme dann diese kleinen Dinge, stürme voller Freude und ohne nach rechts und links zu sehen in etwas rein (Begeisterungsfähigkeit nennt man das glaube ich), und wenn ich einmal zum Anhalten und Verschnaufen komme, um genau hinzusehen, dann ist da gar nicht das, was ich gedacht habe, wäre da.

Ich muss lernen, wirklich nur mit dem zu leben, zu arbeiten, zu handeln, was ist. Nicht mit all dem, was ich mir dazu ausmale. Also wieder: Genau hinsehen, hinspüren, hinhorchen, innerlich zugewandt und offen, bereit, das zu nehmen, was sich mir offenbart. Ich begreife langsam, dass es Hingabe ist, die ich da lerne.

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Träume

Träume sind wie ein Strauss Ballone.
Wenn du jung bist, hältst du dich an ihnen fest und denkst, du könntest damit fliegen.
Manch einer entwischt dir und du schaust ihm nach, mit einer seltsamen Mischung aus Erschrecken und Entzücken, denn Ballone sind nur wirklich Ballone, wenn sie fliegen.
Manch einen lässt du ganz bewusst und willentlich los, schaust ihm lange sinnend nach, mit einer tiefen Sehnsucht und dem Wissen, dass er nie zu dir zurückkehren kann aber doch immer in deinem Herzen bleiben wird.
Manche zerplatzen mit lautem Knall und du hältst nichts in den Händen als eine leere Schnur und Fetzen.
An manche knüpfst du einen Wunsch, lässt sie fliegen und wünschst dir, dass jemand deinen Wunsch finden und erfüllen möge.

Irgendwann kannst du nicht mehr wie als Kind mit einem Ballon am Handgelenk hüpfen und springen als gehörte dir die Welt weil du gelernt hast, dass du keinen einzigen von ihnen für immer behalten kannst.
Manche hältst du trotzdem fest bis ihnen die Luft ausgegangen ist. Und im Innersten glaubst du noch immer, dass du damit fliegen könntest, wenn du wüsstest, wie, und dass es nur an dir liegt.
 
 
 
 

Bild mit Quelle verlinkt

Träume

Manchmal träum ich davon, in einem Haus zu wohnen, bei der das Wohnzimmer riesige, bis zum Boden reichende Fenster hat, durch die man den Garten oder das Meer wie auf einem Bild sieht (oder beides). So, wie bei diesem hier.

Ich würde an Sonnentagen den Garten malen, ihn wie ein Bild pflanzen.
Und bei Regen, sachte im Hängesessel schaukelnd vor dem Kaminfeuer, würde ich mir das Bild ansehen, das er geworden ist.

Nur, ob ich dann glücklicher wäre als jetzt?
Ich denke nicht.
So bin ich jetzt gezwungen, genötigt, geschubst, gedrängt, ermutigt, aufgefordert oder motiviert – je nachdem, wie man es betrachtet – in mir selbst, und damit im Grossen und Ganzen, im Allumspannenden Heimat und Halt und Oase zu finden.
Alle Führung, die ich erfahre, zielt darauf hin.

An Sonnentagen male ich das Leben in sprühenden, frischen Farben. Ich pflanze Güte und Liebe, sähe Neues und jäte zwischendurch mal kräftig aus. Ich ernte volle Körbe mit Freude und leuchtenden Blumen damit ich an Regentagen mich und die Meinen stärken kann. Damit Licht und Farben der Sommersüsse und der klaren Sternennächte mich durch die stille Kälte des Winters tragen bis ein neuer Frühling kommt.

Forsythie