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Es ist Advent. Ich hätte fast den Anfang verpasst.
Die Kids sind den kleinen Ritualen dieser Zeit längst entwachsen. Alles Feierliche und Besinnliche ist gerade ein bisschen peinlich und ausserdem sind sie eh zu alt für sowas, jedenfalls im Moment.

Das sind unsere diesjährigen Adventskerzen,

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das ist unser Kalender.

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Der Kranz an der Türe ist noch leer.

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Und innen sieht es nicht sehr anders aus.

Frohe Weihnachten

Das Wort Vergnügen kommt von genug und meint eine besinnliche, heitere, zufriedene Freude.
Spass dagegen kommt von zerstreuen, unterhalten.
Viel Vergnügen bedeutet nicht dasselbe wie viel Spass. Ich wünsche lieber viel Vergnügen.

Das Wort froh ist für mich mit denselben Bildern gefüllt: mit besinnlicher, heiterer und zufriedener Freude. Mit einer Art Freude, die tiefer geht, den ganzen Menschen erfasst und dem, der von ihr erfasst ist, aus den Augen leuchtet. Es ist nicht eine oberflächliche Zerstreuung, die kurzfristig Spass macht, nur kurz Unterhaltung bietet. Es ist etwas Langanhaltendes. Etwas, das man nicht, wie eine Zerstreuung, einfach konsumieren kann. Es ist etwas, das wachsen muss, in stillen Momenten, etwas, das von Hoffnung und Liebe genährt wird, etwas, das Sättigung und deshalb inneren Frieden verheisst. Es ist etwas, das uns aufrichtet und stärkt. Eine Heimat in uns selbst.

In diesem tiefsten, wahrsten Sinne wünsche ich Dir frohe Weihnachten. Und, auch wenn es an dieser Stelle unüblich ist, viel Vergnügen!

PS. Wenn Du Dir als besonderes Weihnachtsvergnügen eine Geschichte vorlesen lassen möchtest, dann wirst Du hier vielleicht fündig.

Weihnachten ist ein Geheimnis

Es ist mehr als Erinnerungen aus der Kindheit, die wir alle zu wiederholen versuchen, aus Tradition. Was wir suchen, ist nicht die Tradition, sondern das, was wir in stillen Minuten verspürten. Jenes Grosse, Unfassbare, jenes Geheimnis, das Weihnachten eben ist und das wir alle nicht so recht zu benennen wissen. Die Traditionen waren nur die Verpackung, nur das Medium, das uns dieses Grosse fassbarer und ein wenig erfahrbar werden liess.

Gott wurde Mensch. Auch wenn dieser Satz für viele von uns mit Bildern gefüllt ist, die nicht das fassen, was Weihnachten ist, so sagt er doch das Eigentliche über Weihnachten. Wir können ihn wörtlich begreifen, uns vorstellen, wie Gott in Jesus Mensch wurde. Wir können ihn philosophisch deuten und sagen, wir sind erst dadurch Mensch, weil ein Teil von Gott in uns Mensch wurde. Wir können ihn lächerlich machen und finden, alles sei nur ein Märchen, auch wenn wir nicht wissen, was wir stattdessen glauben.

Wir werden dieses Geheimnis nie begreifen. Nie ganz. Und alle Worte, die darüber zu verlieren wären, sagen nicht das, was Weihnachten ist. Es ist ein Geheimnis und Geheimnisse lassen sich nicht erklären. Sie lassen sich nicht beweisen. Nur erfahren und glauben.

Und so ist es mit allem, was Gott, was das Göttliche betrifft. Wir suchen Bilder und Worte dafür und alle Worte, die wir finden, sind schon Übersetzung, können nicht fassen, was wir zu sagen versuchen, weil es nicht fassbar ist, weil Gott Geist ist, Worte aber Materie, einfach ausgedrückt.

Aber Gott ist gleichzeitig erfahrbar. Und weil er uns nicht über den Verstand zugänglich ist, braucht es einen solchen dafür nicht. Gott ist für Kinder gekommen. Für einfache, ungebildete Menschen. Für solche, die noch einen klaren, unverstellten Blick haben und vertrauen und lieben können.

Vielleicht wissen wir das alle insgeheim. Und vielleicht versuchen wir deshalb, an Weihnachten etwas zu tun oder hinüberzuretten, das uns in der Kindheit Brücke zu dem kleinen Kind in der Krippe war, in dem wir das Grosse und Unfassbare zu sehen vermochten.

Nachtspaziergang

Ich liebe ungewöhnliche Aktionen. Zum Beispiel um acht Uhr abends dick eingemummt mit der ganzen Familie einen Schneespaziergang zu machen.

Auch mit zwölf formt noch Engel im Schnee. Die heissen dieses Jahr Umuriel, Efiriel und Serafiel.

Wie es wohl jetzt im Wald aussieht?
Die verschneiten Tannen wecken Erinnerungen.

Nach eineinhalb Stunden kommen wir erschöpft zurück, hängen das nasse Zeug im Bad auf und trinken heissen Punsch oder Ovomaltine. Natürlich wird zum Schluss die allabendliche Adventsgeschichte vorgelesen.

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Alle Jahre wieder

Schenken ist eine Lust, wenn man eine Idee hat. Oder wenn man früh genug dran ist. Schenken ist eine wahre Last, wenn man muss. Oder wenn man möchte, aber keine Idee hat.
Ja, muss. Ich habe einmal den Satz: Bringe ja nichts mit! ernst genommen und es war einfach nur oberpeinlich weil die Gastgeberin eine Gabe erwartet hatte, obwohl sie besagten Satz mehrmals wiederholt hatte. Und ein zweites Mal hab ich an Weihnachten nichts geschenkt ausser einer kleinen Tüte selbstgemachter Kekse weil wir abgemacht hatten, dass wir einander nichts schenken. Die anderen hatten natürlich ein Geschenk.

Es scheint jedes Jahr schwieriger zu werden. Ich irre zwischen Werbeplakaten herum und suche etwas, was allen Ansprüchen gerecht wird, es aber nicht zu geben scheint. Es muss den richtigen Preis haben. Es muss meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Es muss dem anderen Freude bereiten. Es muss mir gefallen. Ja, mir. Ich schenke nichts, was mir nicht selber gefällt. Das kann ich nicht.
Und so passiert es mir jedes Jahr, dass ich denke, hätte ich doch früher angefangen, dann hätte ich Zeit gehabt, etwas selber zu machen. Aber im Oktober oder November bin ich einfach noch nicht in Weihnachtsschenkstimmung.
Aber für nächstes Jahr nehme ich es mir fest vor. Ich mach mir gleich einen Termin im Kalender.