nicht fliehen

Jesus lebt in Fülle, in Stille, in Gebet, in Hingabe, in absoluter Bedingungslosigkeit und in absolutem Dasein, er weicht nicht zurück.

Pyar Troll-Rauch

Wenn es mir gelingt, in dieser Stille und Bedingungslosigkeit zu sein, dann kann ich in allem eine wunderbare Ordnung und Schönheit ahnen.
Dann verliert die Schwere ihr Bedrückendes, und die Ausgelassenheit hebt nicht vom Boden ab.
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Mit meinem Nicht-einverstanden-Sein mit dem, was ist, meinen Bedingungen, wie es sein müsste, bevor ich gehe und handle und lebe, verliere ich Stille und Bedingungslosigkeit.
Verliere ich den Weg im dichten Nebel.
Verliere ich Frieden.
Klarheit des Handelns.
Sehe ich das Licht, das mich führt, nicht mehr.

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Vom Sprechen, vom Schweigen und vom Du

Der weibliche Wille zu sprechen, um zu sprechen, ohne zu wissen, was es exakt sagen will, ist ein Sprechen, um nichts zu sagen, damit das Unmöglich-zu-Sagende, das in den Worten widerhallt wie in einem hohlen Instrument, hörbar wird.
Luisa Muraro

Das Dumme ist nur, wenn man weiss, dass man kaum Worte finden kann für das, was man eigentlich sagen will und  niemand da ist, der das Unmöglich-zu-Sagende hören möchte, niemand, der Geduld hätte, endlosen Geschichten zuzuhören, die mit dem ersten Satz schon sagen, dass sie das Unmögliche nicht auf den Punkt bringen können.

Dann hängt man zwischen Schweigen und Reden, suchend nach Ausdruck, verstummend, als ob einem das Wort im Hals stecken bliebe, die Wünsche wie Hände, mitten in der Geste erstarrt, langsam sinken lassend.
Man gibt die Suche auf. Die Suche nach dem Unbekannten, Unmöglich-zu-Sagenden, der und das sich offenbart zwischen den Worten, und in der Suche wohnt und im Klang.

Unversehens, und das ist der Sinn solchen Sprechens, ohne zu wissen, was es exakt sagen will, bin ich auf Tiefstes gestossen. Mit meinem ganzen Leben und Sein möchte ich Ausdruck und Klang dieses Unsagbaren werden, bin es schon. Längst. Zwei rote Fäden, Aufträge in meinem Leben. Vielleicht einer. Gott suchen und andere dabei mitnehmen. Anbetung. Lehrerin. Beides im weitesten Sinne verstanden. Was in mir ist, ausdrücken, verschenken und weitergeben, leben mit anderen, anderen helfen, es auch zu tun. Und (vielleicht so) das Unmöglich-zu-Sagende sagen.

Alles braucht das Du.

Verschenkt

Immer wieder renne ich hinaus auf die offene, ungeschützte Fläche. Um mich und in mir leuchten Freude und Liebe, hell und warm. Ein paar Schritte neben mir beginnt undurchdringlicher, schwarzer, weiter Raum. Das Licht lockt mich und ich rufe mein Herz in die Weite hinaus. Dort hin, wo die frischen Schneespuren sich im Dunkel verlieren.

Mein Lied verklingt. Alles bleibt still.

Erst warte ich atemlos, damit ich das Flüstern hören könnte, dann lausche ich lange in das Schweigen.
 
 
 
 
 
 
Leise geh ich wieder in die schmerzende, ungefüllte Leere.

Immer wieder renne ich dort hinaus. Singe Wärme in die Kälte. Rufe das Licht in die schwarze Weite. Und lasse ein Stück meines Herzens da. Unermüdlich.
Ich kann nicht anders. Ich verstehe es nicht.

Vielleicht, dass ich eines Tages mein Herz verschenken kann, ohne auf das Flüstern zu warten und ohne verstehen zu wollen. Vielleicht ist es das, was mich der Himmel lehren will.

Bild von Jérôme Bon

Bilder

Manchmal finde ich Worte für das Klare und Leise in mir. Für das Leuchtende, das unter allem liegt. Für jenen Klang, der Heimat ist, den ich wiederfinde, wiederentdecke in verschiedensten, auch gegensätzlichen Dingen, Situationen, Augenblicken.
Ich sehe auf meine Wegstationen zurück und sehe diesen roten Faden, eine Melodie, die unverkennbar war, in jedem dieser Augenblicke, eine Melodie, die die Welt und mein Inneres weit und warm machte, die mich staunen liess, demütig und gross zugleich machte, die aus meinem Innersten leuchtete und mich meine eigene Weite ahnen liess.
Ahnung ist dies alles. Worten und einem Verstand, der fassen, beschreiben und irgendwo einordnen möchte, entzieht sich dieses Erleben. Duft, Klang, Farbe – alles nur Bilder.
Nicht mit tausend Bildern könnte ich fertig erzählen, was ich meine.

Vielleicht gibt es Menschen, die es Liebe nennen, dieses Etwas. Oder Menschen, die es Gott nennen. Ich kann es nicht nennen, es gibt keine Worte. Ich weiss nur, dass es heraus möchte, aus meinem Inneren. Es möchte geben und sich schenken, andere anstecken, umfliessen. Es möchte sein.
Ja. Liebe ist vielleicht das schwierigste, aber das treffendste Wort. Liebe in ihrer reinsten Form.

Manchmal sind es Worte, die fliessen.
Manchmal kann ich nur meine Kamera in die Hand nehmen und Bilder kommen zu mir.
Manchmal kann ich es in ein hörbares Lied legen und kann damit mehr aussagen, als ich selbst zu verstehen vermag.

Manchmal, wenn es am unaussprechlichsten ist, kann ich nur schweigen. Nicht kalt und starr schweigen, sondern in tiefster Stille und Weite und Wärme alles umfangen und alles sein.