der weg

23. November, 2009 von schneiderin

der weg verliert sich
irgendwo im licht
ich weiss nicht
wo er hin führt
ob land am andern ende
oder nichts
ist alles
illusion was mich bewegt

mein herz mein innerstes
muss gehen
der kopf weiss nicht
wohin
bedenken fesseln nur
sie sprengen keine grenzen
und aus der raupe
wird kein schmetterling

Bild ©: syra stein

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Zeitverschiebung

16. November, 2009 von schneiderin

Es ist soweit: zehn Uhr abends und gerade erst Feierabend. Nach einer Stunde Hausaufgaben, die natürlich nur am Montag nach dem Sporttraining so gehäuft anfallen, breche ich die Übung ab. Für eine Sechstklässlerin sind eineinhalb Stunden Hausaufgaben pro Tag zu viel. Sehr viel zu viel! Die Faustregel sagt, dass pro Tag und Schuljahr etwa zehn Minuten gut sind. Das wäre im Fall meiner Tochter eine Stunde.

Zudem: Sie ist nicht die einzige ihrer Klasse, die am Montagabend bis um halb acht ins Training geht. Genau dann hat sie meistens am meisten Hausaufgaben. Und da ihr zu so später Stunde die Konzentration fehlt, helfe ich ihr, sie zu behalten. Die Hausaufgaben löse ich natürlich nicht.

In den nächsten Jahren wird es wohl oft so sein. Meine Tage werden ab halb vier wieder ziemlich ausgefüllt sein. Wo die Kinder in den letzten Jahren die Zeit nach der Schule vorwiegend mit ihren Kameraden verbrachten und früh zu Bett gingen, werde ich nun mehr und mehr gefragt sein bis zu meiner eigenen Schlafenszeit. Die Nachmittage werden dafür immer länger.

Mit Kindern lernt man das so nebenbei: Alles verändert sich ständig. Hat man etwas im Griff, kommt die nächste Phase und man fängt wieder von vorn an. Und noch etwas: Das, was gerade schön ist an der Phase, sollte man nach Kräften geniessen, denn alle Phasen gehen vorüber.4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

Jeder ist allein

14. November, 2009 von schneiderin

Ich komme nicht umhin, Euch auf diesen Beitrag von Thinkabout aufmerksam zu machen, da er thematisch meine beiden vorherigen Artikel fortsetzt und ergänzt.
Er beschreibt die Tatsache, dass wir, auch wenn wir jemanden zutiefst lieben, doch letztlich allein sind.

Eine Liebe kann sehr kraftvoll, innig und tief sein. Dennoch hat sie keinen Anspruch darauf, den liebsten Menschen wirklich zu erreichen. Dies liegt bei diesem Menschen allein, bei seiner Geschichte und seinem Seelengleichgewicht. Deswegen sollte auch unsere tiefste Liebe nie den Anspruch erheben, heilen oder Glück schenken zu können. Es braucht dazu immer den Menschen selbst, dem sie gilt.

Dieser Satz hat mich sehr berührt. Manchmal denken wir doch, dass unsere Liebe fähig wäre, den anderen zu verändern. Auch in der Erziehung spüre ich diesen Anspruch.
Die Liebe ist tatsächlich dazu fähig, das können wir nicht abstreiten, aber wir dürfen nicht fordern, dass sie es tut. Das entscheidet der andere. Lassen wir ihm diese Freiheit nicht, wäre es keine Liebe mehr, denn echte Liebe fordert nicht.

Die anderen Abschnitte handeln vom miteinander Teilen des Lebens, von der Freiheit, die wir einander lassen, und daher von der Liebe, die wir zu geben fähig sind wenn wir ganz verinnerlicht haben, dass letztlich jeder allein ist.
Der Text versöhnt mich mit dieser Tatsache und vermag, mir die wunderbare Schönheit dessen vor Augen zu malen.

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Erwartungen loslassen

6. November, 2009 von schneiderin

Seit längerer Zeit denke ich über die Frage nach, inwieweit meine Wünsche und Erwartungen, die ich in einer Beziehung an den anderen habe, das Verhalten des Gegenübers und die Erfüllung des Wunsches beeinflussen.
Die Fälle scheinen sich zu häufen, in denen mein Wunsch sofort erfüllt wird, sobald ich dessen Erfüllung dem Himmel überlasse und nicht mehr vom Partner erwarte. Das klingt etwas naiv, ist aber schlicht meine Erfahrung.

Wenn ich es schaffe, meinen Wunsch in Gottes Hände zu legen und von ihm dessen Erfüllung zu erwarten und auch die Art, wie er ihn mir erfüllt, dann lasse ich innerlich los. Jener subtile innere Druck, den ich anwende, wenn ich dies nicht tue, verhindert, dass mein Gegenüber mir diesen Wunsch von sich aus und auf seine Weise erfüllt. Ich nehme ihn gewissermassen damit gefangen.
Kann ich dies loslassen, ist der andere frei, mir zu schenken, was ich brauche und ich bin frei, es wirklich zu empfangen.

Das heisst nun nicht, dass ich solche Wünsche nicht formuliere. Das ist sogar sehr nötig. Mein Gegenüber ist ja nicht Abraham. Es heisst aber auch, dass ich zuerst meinen Wunsch im Gebet vor Gott ausbreite und vielleicht auch nachdem ich ihn dem Partner mitgeteilt habe. Manchmal muss ich das mehrmals tun, denn ich brauche Zeit, den Wunsch ganz loslassen zu können und das Vertrauen in Gott zu entwickeln, dass er schon weiss, wann und wie die Erfüllung des Wunsches am besten für mich ist und ob überhaupt.

Ich erlebe nicht selten, dass der Wunsch sich postwendend erfüllt, sobald ich das wirklich ganz geschafft habe. Obendrein erfahre ich dabei, dass ich mit Gott zusammen alles vermag weil er mich stark macht, wenn ich schwach bin. Und dass es falsch ist, so hart das jetzt klingt, diese Dinge von anderen Menschen zu erwarten, weil es sie einsperrt und ihre Liebesgabe nicht freiwillig ist. Falsch, weil man wenn es unfreiwillig ist, nicht von Liebe, sondern von Abhängigkeit sprechen muss.

Ich werde das immer wieder lernen müssen. Und es wird jedes Mal ein bisschen weniger schmerzhaft sein. 4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

Alleine ganz

27. Oktober, 2009 von schneiderin

Viele Menschen erwarten von ihrem Partner, dass er ihre Lücken füllt, ihre Löcher stopft, sie ganz macht. Es gibt im Volksmund einen deutlichen Ausdruck dafür: „die bessere Hälfte“.
Das Bild ist also folgendes: Zwei Hälften suchen sich, finden sich und bilden dann ein Ganzes; und beinhaltet also: Ich selbst alleine bin nicht ganz.

Es gibt ein schönes Experiment, zu zeigen, was passiert, wenn man alleine nicht ganz ist:
Stellt euch nebeneinander in genügendem Abstand auf. Versucht, so lange wie möglich auf einem Bein zu stehen. Beschreibt einander, was passiert.
Etwas wacklig und anstrengend mit der Zeit, nicht?
Wie könnten wir das Problem lösen?
Das Bein wechseln, klar. Geht eine Weile gut und bringt Erleichterung.
Weitere Alternativen? Ah, ja, man könnte sich am anderen festhalten!
Besser? Ist es genau gleich wackelig?
Echt? Na, dann rückt näher zusammen! Klammert euch richtig aneinander fest! Und? Funktionierts?
Wer ist für dein Gleichgewicht verantwortlich? Was passiert, wenn du dich an den anderen klammerst?
Noch eine Frage: Kannst du so, klammernd, dem anderen Nähe geben, zärtlich sein, ein Gegenüber sein?
Weitere Möglichkeit: Jeder steht auf seinen beiden Beinen.
Und jetzt? Nähe möglich?
Beim Weiterdenken und Austauschen bitte das Bild auf die Partnerschaft übertragen!

Wenn du in einer festen Partnerschaft bist, dann versuch noch ein kleines Spiel: Notiert euch beide auf einem Blatt Papier eure Standbeine. Das, was ihr in euch integriert habt, das, was euch Halt gibt.
Anschliessend dreht ihr das Blatt um und notiert auf der Rückseite, was euch zu eurem Gleichgewicht fehlt.
Jetzt kommt die Auflösung: Einer dreht das Blatt und liest seine Standbeine vor, der andere überprüft: Könnte einer dieser Punkte das, was mir fehlt, ausgleichen?

Wir haben also festgestellt, dass jeder autonom ist. Das bedeutet, dass er den anderen im Grunde, im Idealzustand, nicht braucht, auf alle Fälle nicht, um ganz zu werden. Daher muss es einen anderen Grund geben, eine Beziehung zu führen. Der Zweck ist ja nun nicht mehr, seine Löcher mit dem Plus des anderen zu stopfen.

Welche anderen Gründe aber gibt es?
Ich möchte dem anderen mein Dasein, meine Zuwendung, meine Liebe schenken. Zum einen, weil da ohnehin in mir etwas nach aussen strahlen möchte, zum anderen, weil ich den anderen liebe.
Wir schaffen zusammen mehr, bewirken Grösseres, als alleine. Das bedingt eine „Lebensaufgabe“ für die Partnerschaft. Ein Ziel.
Wir beschenken durch diese Kraft und Einheit andere, schaffen anderen Raum, sich zu entfalten, in den Strom göttlicher Liebe zu kommen.
Wir brauchen den anderen eben doch, aber nicht in einer Abhängigkeit oder zum eigenen Ganzsein, sondern zum Wachstum, als Spiegel jener Teile, die wir selbst nicht in uns integriert haben. Wir gucken uns ab, was uns fehlt und lernen vom anderen.

Ich präsentier hier eigentlich schon Lösungen. Lösungen, die du für dich selbst suchen und finden musst. Vielleicht sind deine Antworten andere. Da hilft nur eins: die Experimente selber ausprobieren!

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Mütze

19. Oktober, 2009 von schneiderin

DSCF0002

Gleich in zweifacher Ausführung angefertigt. Einmal für die Prinzessin und einmal für Nipota.
Die Anleitung fand ich hier. Da gibts übrigens hunderte von guten Anleitungen. Wenn man möchte, kann man sogar die entsprechende Garnqualität bestellen. Zumindest in der Schweiz zu günstigeren Preisen als sonst üblich.
Man kann Muster nach Garnqualität suchen und so muss gar nichts umgerechnet werden. Gute Sache, das!4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

Blogperlen

16. Oktober, 2009 von schneiderin

Immer wieder entdecke ich auf dem Weg durchs Netz Perlen. Seiten, auf denen Dinge stehen, die mich weiterbringen, die in die Tiefe gehen und mir diese kleinen, inneren Schubser geben, nicht bevormundend, nicht belehrend, einfach nur ermutigend und bereichernd.
Heute hab ich durch die Blogbibliothek, die übrigens ebensolche Perlen sammelt, ein solches Blog entdeckt: Klanggebet. Die esoterische Sprache sollte Dich nicht abschrecken, da drin tiefer zu lesen. Öffne Dich. Du findest Perlen!
Insbesondere möchte ich diesen Beitrag empfehlen. Wenn Du zwei Schritte zurücktrittst und die Glaubens-Welt mit weitem Herz und offnen Augen betrachtest, siehst Du Wahrheit darin. Befreiende Wahrheit.

Den Titel für diesen Beitrag hab ich bei Piri geklaut, die kürzlich eine Aktion mit demselben Namen gestartet hat. Hiermit rühre ich ein bisschen die Werbetrommel.4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

Weniger ist mehr

15. Oktober, 2009 von schneiderin

Wenn es nicht Dein Lieblingsstück wird, kauf es nicht!
Das ist kurz gesagt das, was hier steht.

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Meditation des Alltags

11. Oktober, 2009 von schneiderin

Ich stehe am Spültrog und spüle das Geschirr. Eine einfache Handlung, die mich auch in der Ferienzeit begleitet hat.
Wie anders ist es hier! Meine Küche ist hell und sauber. Tagsüber brauche ich selten künstliches Licht.
Das Wasser ist trinkbar und riecht frisch. Der Strahl aus dem Wasserhahn ist so kräftig, wie ich ihn möchte.
Neben mir steht die Kaffeemaschine, deren Espressi und Cappucini fast ebenso gut werden, wie die echten, die wir zwei Wochen lang in Bars und Cafés genossen haben.
Ich spüle mein Geschirr und in mir ist plötzlich Dankbarkeit für all das, was ich habe, für die einfachen Dinge, die ich sonst als selbstverständlich ansehe.
Und, was ich hier nicht habe, die Weite, den Geruch und das Rauschen des Meeres, den würzig duftenden Pinienwald, das Essen im Freien, in der lauen Luft, im Oktober, das nehme ich alles in meinem Herzen mit, um es für den dunklen Winter aufzubewahren.4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

Kommunikation

17. September, 2009 von schneiderin

Es gibt Strohhalmgeschichten. Menschen erzählen sie mehrmals. Weil sie ein Detail beinhalten, an dem sie sich festhalten wollen. Weil sie möchten, dass bestimmte Sachverhalte sich in ihrem und dem Gedächtnis anderer auf eine ganz bestimmte Weise abspeichern. Und manchmal weil sie immer wieder zu denselben Worten greifen, weil sie keine anderen finden, um auszudrücken, was in ihnen ist.

An diesen Geschichten zeigt sich deutlicher als sonst, dass jede Formulierung bereits Übersetzung ist.
Worte sind nicht die Sprache unseres Herzens und nicht die unseres Geistes. Sie sind die Sprache von Verstand und Ego.

Erst, wenn jemand vermag, mit Bildern Herz und Geist sprechen zu lassen, schwingt seine ganze Seele mit. Und auf der anderen Seite braucht es jemanden, der imstande ist, die Schwingung zu empfangen und mitzuschwingen.4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters