Nachdem meine erste Portion selbstgemachten Waschpulvers alle ist, brauche ich die Vorräte meines bisherigen Waschmittels auf. In der Zwischenzeit teste ich Alternativen für Weichspüler.
Erst mal habe ich alle Weichspüler aus meinem Vorrat mit einem Zettel “zu verschenken” auf das Flohmarkt-Fenstersims in unserem Haus gestellt und geschmunzelt als ich die Flaschen ein paar Tage später im Waschmittelregal in der Waschküche wieder angetroffen habe. Allerdings waren sie nun nicht mehr in meinem Fach.
Mangels Alternativen hab ich die Wäsche zuerst ohne Weichspüler gewaschen und war einigermassen erstaunt und erschrocken, dass man das erst nach drei, vier Mal waschen merkt. Jetzt hatte ich doch so niedrig dosiert und in meiner Wäsche waren trotzdem so viele Rückstände geblieben. Das hat mir zu Denken gegeben.
Nach vier, fünf Mal ohne Weichspüler wurden mir die Sachen zu hart und auch zu zerknittert. Ich bügle so gut wie nicht. Daher ist das schon ein wichtiges Kriterium für mich. Und irgendwie dachte ich, wenn das Leben im Allgemeinen und das Aufstehen im Besonderen schon so hart sind, müssen die Klamotten sich morgens wenigstens kuschelig anfühlen. “Weeeeeerbuuuuuuung!” klingelte es in meinem Kopf. So prägen sich Dinge ein, die eigentlich kompletter Blödsinn sind. Und das alles nur, weil mal jemand gefunden hat, dass eine Firma nur dann erfolgreich ist, wenn Umsatz und Gewinn dauernd und für immer wachsen. Ebenfalls kompletter Blödsinn. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Zurück zu mir. Zum zweiten Mal musste ich innehalten. So sehr glaube ich, all das Zeug zu brauchen, das mir die Werbung verkaufen will?!
Trotzdem: ein wenig weniger zerknittert wäre gut.
Also eine Alternative musste her. Einfach. Ökologisch. Wirksam.
Im Netz gibt es Rezepte mit Zitronensäure und welche mit Essig.
Ich las an verschiedensten Stellen, dass Essig die Gummidichtungen angreife. Das möchte ich natürlich nicht.
Dieses Rezept auf Zitronensäurebasis hab ich ausprobiert.
4-6 EL Zitronensäure (je nach Wasserhärte auch weniger oder mehr) in einem Liter Wasser auflösen.
Pro Waschgang ca. 1/2 dl verwenden.
Am besten probiert man anhand der Weichheit der Wäsche seine eigene Dosierung aus.
Bis jetzt hab ich den Weichspüler pur, also ohne Duftöl hergestellt und er funktioniert wunderbar.
Die Wäsche wird weich. Nicht so weich wie mit Weichspüler, aber deutlich weicher als ohne irgendwas und die Weichheit ist irgendwie anders als mit Weichspüler. Ich habe das Gefühl, ich spüre schon beim Aufhängen, dass der Stoff noch atmet. Und das fühlt sich viel angenehmer an. Es war gut, erst mal ganz ohne zu waschen um den Unterschied zu spüren.
Ich habe das Duftöl weggelassen. Öl im Abwasser kriegt man in der Kläranlage nur schwer wieder raus. Ich finde auch nicht, dass meine Wäsche mehr duften müsste. So ein Duft verflüchtigt sich ohnehin rasch.
Es tut gut, eine wirklich brauchbare Alternative zu haben und sich so wenigstens an einer kleinen Stelle etwas aus dem Wirtschaftshamsterrad auszuklinken und es tut gut, Geldbeutel und Umwelt zu entlasten.
Und noch eine überraschende Beobachtung habe ich gemacht: Auf einmal rieche ich die Weichspüler anderer Menschen und frage mich, warum denn Wäsche so sehr duften muss.
Jetzt bin ich sehr gespannt auf die Kombination von selbstgemachtem Waschpulver mit selbstgemachtem Zitronenweichspüler. Ich werde berichten.




