11. Januar, 2012

Licht und Nebel

Manchmal fühlt sich mein Leben wie dieses Winterhochnebelwetter an. Früher lebte ich unter der grauen Wolkendecke. Düster war es. Drückend. Ab und zu machte ich einen Ausflug in luftige Höhen. Dort war der Himmel blau und die Sonne lachte.

Und wie das Wetter sich verändert hat in den letzten dreissig Jahren, Orte, die früher in der Sonne lagen und aufs Nebelmeer guckten, heute tagelang im Nebel sind, so hat sich meine innere Nebelgrenze auch verschoben.
Ich lebe jetzt dort, an genau dieser Nebelgrenze. Manchmal ist der Himmel blau, die Sonne lacht. Manchmal ist das Licht hell und weiss, trotz Nebel, und sogar golden, wenn die Sonne durch die Nebelschleier scheint. Manchmal weiss ich einfach nur, dass oben blauer Himmel und Sonne wäre, während unten alles grau und düster ist und der Tag nicht richtig hell werden mag.

Wenn ich mit dem Auto vom Hochnebelgrau, durch die dicke Nebelwand in den Sonnenschein fahre, und wieder zurück, so wie heute, dann kann ich lernen, diese Sonne, ihre Wärme, ihre goldene Güte im Inneren aufzubewahren. Damit das Gefühl abrufbar ist im grauen Tal.

Vielleicht funktioniert das auch im übertragenen Sinn.

6. Januar, 2012

Licht


Die Kerze macht aus einer Tanne einen Weihnachtsbaum.

2. Januar, 2012

nachdenklich

Wenn ich heute meine Bloglektüre ansehe, dann frage ich mich, ob sich irgendwas, irgendwas, das „in der Luft liegt“, in den Sternen steht, oder sonstwo, sich den Weg zu mir bahnt und ich das wahrnehme, dem mit meinem Sein ein Kleid gebe. Ob es so etwas gibt, wie eine Tagesseele, die gelebt sein möchte. Als ob der Tag ein Wesen wäre mit Gefühlen und als solcher einen Ausdruck finden möchte, Seelen sucht, die ihn leben.

Warum ich darauf komme? Weil ich in verschiedenen Blogs Dinge las, Gefühle und Erlebnisse, die von der Klangfarbe und dem, was draus gelernt wurde, genau, auch zeitgleich, in meine Tage passen. Das ist nicht immer so. Aber manchmal schon. Sehr deutlich. Erschreckend deutlich.

 

In den letzten Tagen frage ich mich, ob ich mich schützen kann. Ob ich das soll, oder ob es Menschen geben muss, die sich nicht schützen. Die solche Dinge tragen. Stellvertretend, vielleicht.

 

Diese Gedanken sind sehr vage. Sind leise, unhörbare, unsichtbare, hauchdünne Schleier einer grossen Weite, die sich um mich bemerkbar macht. Und bessere Worte finde ich dafür nicht.

29. Dezember, 2011

Wunsch fürs Neue Jahr

Euch allen und euren Lieben wünsche ich von Herzen ein gutes Neues Jahr. Ich wünsche euch inneres Wachstum und Führung auf eurem Weg. Ich wünsche euch Mut und Vertrauen. Euer Weg sei beleuchtet. Euer Herz von Frieden erfüllt, auch wenn es stürmt. Ich wünsche euch Liebe. Und Glück.

Danke für euer da sein und lesen. Danke für eure Kommentare.

Dieses Bild ist der Start eines Experiments. Vielleicht zeige ich euch in diesem Jahr manchmal Bilder statt Worte. Oder beides zusammen. Daher jetzt noch ein Wort, das mich berührt hat.

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewißheit,
dass etwas einen Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel

24. Dezember, 2011

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr wünsche ich euch allen.

23. Dezember, 2011

Erinnere dich

Du, wenn du jetzt traurig und voller Zweifel bist, wenn Gedanken und Erinnerungen dich einholen und Tränen und Schmerz dich überschwemmen, dann erinnere dich, dass in dir genau jetzt, gleichzeitig, ein Ort der Ruhe, des Lichts und des Friedens ist.
Und wenn du Angst hast, dort hinzugehen, weil etwas in dir nach Aufmerksamkeit schreit, dann sage dem Schmerz, den Tränen und den Erinnerungen, dass du sie nicht vergisst. Sage, dass du sie gesehen hast.
Und wenn du nicht weisst, wie du an diesen Ort hingelangen kannst, dann strecke Gott deine beiden Hände entgegen. Er wird dich führen.

Du brauchst das Schwere, Dunkle, die Erinnerungen, deine Geschichte, nicht zu verleugnen. Das gehört zu dir.
Aber du darfst die Seite wechseln und ins Licht treten. Wenn du im Schatten bleibst, dann kann die Sonne dich nicht anleuchten. Wenn du im Licht stehst, ist der Schatten noch da. Aber du bist von Licht umgeben und er wird dich nicht bedrücken.

Du, dieser innerste Ort, dein Zentrum, dein Leben, ist unantastbar für das Dunkle, von Licht umstrahlt.
Erinnere dich daran.

2. Dezember, 2011

Heute ist Weihnachten

Nein, ich irre mich nicht im Datum. Aber ich muss die Geschichte von vorn erzählen.

Es war Herbst und wir waren am Meer in den Ferien. In Rom. Wir genossen die letzten Sonnentage mit heissem Badewetter. Natürlich besichtigten wir auch die wunderbare Hauptstadt und dort, wie könnte man das auslassen, den Petersdom. Ich nahm meine Kamera mit, diesmal mit dem schweren, alten 300-er-Teleobjektiv. Ein zweites Mal wollte ich mir nicht die Aussicht über die ganze Stadt entgehen lassen, fotografisch, meine ich. Wir stapften also die tausend Treppenstufen hoch, schnauften und wanden uns der Kuppel entlang. Oben trat ich ins Freie, wechselte das Objektiv und………….. nichts. Meine Kamera war tot. Akku leer? Nein, auch nicht. Objektiv wieder zurückwechseln. Nichts. Was war ich traurig und enttäuscht!

Der Dämpfer dauerte nicht nur den Rest des Tages und weil ich mich ärgerte, nun die ganze schwere Ausrüstung vergeblich mitgeschleppt zu haben. In den folgenden Wochen merkte ich, dass mir etwas Wichtiges fehlt. Ich benutzte wieder die alte, kleinere, handliche Finepix, aber der Qualitätsunterschied verdarb mir die Freude. Es ist eben keine Spiegelreflexkamera.
Meine finanziellen Prioritäten müssen zur Zeit anders gesetzt werden. Eine neue Kamera kann ich mir nicht leisten. Ich dachte nicht weiter darüber nach, das hilft nicht. Am besten vergesse ich das Fotografieren für eine Weile, dachte ich. Amico guckte sich die Maschine an und fand nichts. Ein paar Wochen später wollte er sie sich noch einmal angucken und fragte, ob er sie mitnehmen dürfe. Er kenne da so einen, meint er. Mindestens rausfinden, was los ist, könnte man doch mal.
Vielleicht mein Weihnachtsgeschenk, dachte ich, falls man überhaupt was machen kann und der Preis dafür nicht in schwindelerregender Höhe ist. Aber da mach ich mir keine Hoffnungen.

 

Heute ist Weihnachten! Ich kann es noch immer kaum fassen. Ich hab wieder eine Kamera! Einfach so. Ohne besonderen Anlass. Eine riesige Freude! Eine grosse Überraschung. Was ich damit zurückerhalten habe, kann ich nicht in Worte fassen. In Bilder, vielleicht.
Ich hab schon das Lächeln meiner wunderbaren, grossen, morgen vierzehnjährigen Figlia und meinen Adventskranz abgelichtet. Ich kann wieder fotografieren!

Es gibt Engel. Ich kenne einen. Und dafür danke ich dem ganzen Himmel.

24. November, 2011

Bedingungen

Sind Erwartungen manchmal nicht so etwas wie innere Bedingungen, die wir dem Leben und allem, was darin ist, stellen?

Dieser Artikel aus Simones Blog hat irgendwas ins Rollen gebracht.

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