Geschenk oder Geschäft

„Ich habe alles für ihn getan! ALLES!…… Und das ist jetzt der Dank!!!?“

Wer hat diesen Satz nicht schon gehört? Wir fühlen mit. Die arme Frau (Männern passiert das glaube ich nicht so oft) hat sich aufgeopfert für jemanden und er würdigt das nicht so, wie sie sich gedacht hat.

Nein!

Die arme Frau hat nicht gemerkt, dass sie ein Geschäft machen wollte und das Gegenüber gemeint hat, ein Geschenk zu bekommen.

Ein Geschäft ist etwas anderes als ein Geschenk. Ein Geschäft ist ein Tauschhandel. Ich gebe dir etwas und du gibst mir dafür etwas anderes. Geld gegen Dienstleistung. Gefallen gegen Gefallen. Liebesdienst gegen Liebesdienst.

Wenn man aber jemandem ein Geschenk macht, dann braucht das keine Gegenleistung. Ein Geschenk ist ein Geschenk. Es gibt keine Bedingungen, sonst ist es kein Geschenk, sondern ein Geschäft. Wenn an ein Geschenk bestimmte Auflagen gebunden sind, dann ist es Sponsoring, Stipendium oder wie auch immer – eben Geschäft. Aber kein Geschenk.

Also, liebe Frau und lieber Mann: Spür nach, wo du gibst, einfach um zu schenken, und wo du ein Gegengeschäft in irgend einer Form erwartest: Lob, Anerkennung, Bewunderung, einen Gegengefallen, einen Liebesdienst…etc.

Wenn es ein echtes Geschenk ist, macht es dich glücklich, es zu schenken, auch wenn du nichts zurückbekommst. Es hinterlässt eine tiefe, stille Freude und ein Gefühl, das Richtige auf die richtige Art gemacht zu haben.
Wenn es in irgendeiner Weise ein ungutes Gefühl hinterlässt, das Gefühl, ausgenützt zu werden oder zu kurz zu kommen oder etwas in der Richtung, dann war es kein Geschenk, sondern ein Geschäft.
Auf der Basis dieses Wissens kannst du weitergehen und handeln.

Ein Gedanke zu “Geschenk oder Geschäft

  1. Den Faden aufgreifend möchte ich etwas hinzufügen: Es macht nicht wirklich Freude zu schenken, wenn sich der Beschenkte nicht freuen kann. Es gilt also auch, Geschenke annehmen zu können.
    Da ich gerade von einer Reise komme aus einer anderen Kultur, kann ich diese Erfahrung weitergeben: Dort nennt man es „sharing“, also teilen. Jeder teilt mit allen, was er hat. So hat niemand Mangel. Diese Tradition ist natürlich durch das Geschäftsgebahren der westlichen Welt inzwischen verwässert. Aber das Prinzip ist klasse.

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