Aufgeben

Seit Silvester wieder diese Kopfschmerzen. Schon wenn sie beginnen weiss ich, es ist so weit. Nichts hilft. Trotzdem probiere ich alles.
Sie kommen von einem verspannten Nacken, ziehen sich links über den Hinterkopfknochen bis in die Stirn, bis zur Nasenwurzel, manchmal bis in die oberen Wangenknochen. Die Schmerzen kommen wehenartig, aber nicht in einer grossen Bewegung. Leichte Übelkeit und manchmal ein pelziges Gefühl im Mund begleiten sie.
Es ist also so weit. Ich versuche, ja dazu zu sagen weil ich weiss, dass dies alles erträglicher macht. Ich schlucke Schmerzmittel, obwohl ich weiss, dass sie nicht helfen. Ich google. Aha. Bewegung. So klar hab ich das noch nie gelesen. Ich finde Übungen, ansprechend präsentiert als Filmchen. Ich mache mit und siehe da, der Schmerz ist weg.
Schon zwei Minuten später ist er wieder da. Ich finde mehr Übungen, mache mit. Sie tun gut, aber der Schmerz kommt schneller, als die Übung dauert, wieder zurück. Nicht sehr effizient.
Ok, das hätte ich als vorbeugende Massnahme machen sollen. Täglich bewegen. Mhh. Mit welchem Zeitfenster? In meiner Agenda? Na ja, statt in Blogs zu surfen, z.B. Mhh. Wäre auch für den Rücken besser. Ich meine, nicht zu sitzen, sondern stattdessen wenigstens ein bisschen rumzuspazieren. Sich nicht zu bewegen, ist Gift für einen Rücken wie meinen. Da hab ich wieder mal die Quittung. Ausserdem habe ich einen Tag lang angespannt in der Küche gearbeitet, ohne mich zu konzentrieren, keine unnötigen Muskeln anzuspannen, ohne auf eine gute Haltung zu achten. Und prompt..
Die Schmerzen zermürben. Ich bete. Es hilft nicht. Ich versuche, den Schmerz als Lehrmeister zu betrachten. Er bringt mir ja eine gute Körperhaltung bei. Ich lege Wärmekissen auf. Ich probiere, mich zu entspannen. Ich überlege, ob ich nochmal mit Schmerzmittel… nein.
Nach zwei Tagen gebe ich auf. Ich kann nicht mehr, rufe ich innerlich. Es muss einfach nur noch aufhören. Es ist genug.
Ich möchte mich hinlegen und warten, bis es vorüber ist. Aber da wird alles nur noch schlimmer. So lenke ich mich ab. Vergesse sogar meinen Hilfeschrei.
Und da geschieht es. Wieder einmal.
In dem Moment, wo ich um nichts mehr bitte, nur noch zugebe, dass ich nicht weiter weiss und nicht mehr kann, da passiert das Wunder. Die innere Wende.
Die Kopfschmerzen sind weg. Da ist nur noch der verspannte Nacken, der weh tut. Peanuts…

Es macht mich nachdenklich. Schon so oft habe ich das beobachtet. In dem Moment, wo ich nicht mehr Gott schildere, was er mir geben möge, wo ich nur noch sage, was ist, oder eben was nicht ist, da habe ich offenbar die richtige Haltung, dass es geschehen kann. Und oft in dem Augenblick, wo ich wirklich und echt weitergehen kann. Wo ich das, was ich bei Gott abgeladen habe, nicht mehr aufhebe beim Weitergehen. Wo ich nicht mehr ringe oder mit dem Gegner mitgehe, und mich konzentriere, sondern meinen Griff löse und bin.
Kein Aufgeben. Eine Aufgabe. Hingabe.

Gnade und Geschenk, denn machen kann ich es nicht. Nur empfangen.

Advertisements

3 Gedanken zu “Aufgeben

  1. Liebe Schneiderin,
    Was mir geholfen hat ist Craniosakrale Therapie. Ich kenne eine hervorragende Frau in St. Gallen, die das macht. Bei mir waren nur 2 Sitzungen notwendig. Und ich hatte schlimme Schmerzen.

  2. Ja dieses Problem kenne ich auch zur genüge – auch ich sitze zulange vor dem Computer. Das ist sehr unangenehm. Seit 2 1/2 Jahren bin ich bei einem Osteophaten in Behandlung und mein Rücken ist wesentlich besser geworden und ich gehe wieder richtig aufrecht – es ist möglich das so eine Behandlung auch Dir gut tun könnte – in der Schweiz zahlt die Krankenkasse mit einer Zusatzversicherung für Alternativmedizin 80% an die Kosten.
    Liebe Grüsse und gute Besserung zentao

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s