machtlos

Wie soll ich diesem Gefühl sagen, das mich beschleicht,
wenn ich die morgendliche Blechlawine sehe und widerstrebend Teil von ihr bin?
Wenn ich nach dem Mittagessen einmal mehr vom Bienensterben erfahre und davon, dass die Bienen hunderte Kilometer transportiert werden damit sie am Ziel eine Monokultur bestäuben. Mandeln. Und vor dem Mittagessen empfehlen mir Ernährungsexperten eine Handvoll Nüsse, Mandeln oder ähnliche Früchte pro Tag für eine Extraportion gute Fette und Vitamine. Dass sie zu 80% aus ebendiesen Monokulturen stammen, wird nicht erwähnt. Will ich das?
Wenn ich seit Monaten Tag für Tag von der Finanzkrise lese und nirgends sehe ich neue Strategien und ein anderes Credo als Wachstum. Überall nur dieselben Rezepte, die in den Sumpf geführt haben und mir wird verkauft, dass sie helfen, aus dem Sumpf wieder raus zu kommen.
Wenn ich all die Rechtfertigungen und wichtigen Beteuerungen höre und genau weiss, dass sie in ein paar Monaten widerlegt werden.

Ich bin mit dem wenigsten einverstanden und doch Teil davon, ohne, dass ich es ändern könnte. Wo lauft ihr hin, möchte ich rufen und weiss doch, dass es nichts bringt.

Wo ist die Liebe? Sorgfalt? Behutsamkeit? Wo ist die Stille?

 

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13 Gedanken zu “machtlos

  1. Die Liebe und die Stille sind noch da, auch die Sorgfalt und die Behtsamkeit. Nur in der Wirtschaft und in der Politik sind diese alle größtenteils verlorengegangen …

  2. Für mich habe ich beschlossen, in allem Maß zu halten. Mehr kann man als Einzelmensch nicht tun. Wenig Autofahren, wenig Fleisch essen, maßvoll Wasser verbrauchen usw. Ich vermute, das tust du ohnehin schon. Mehr kannst du nicht tun. ich glaube, die Antwort liegt in der Wertschätzung der Dinge. Sich freuen können.

  3. Frei aus meiner Erinnerung: Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Ich glaube Luther ist der Urheber dieses Spruchs.
    Ich kann dein Gefühl verstehen, und doch sollten wir uns davon nicht überwältigen lassen, denn jeder kann in kleinen Schritten, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten einen kleinen Teil dazu beitragen, dass diese Welt ein lebenswerter Ort ist.

  4. Gibt es eigentlich krisenlose Zeiten im Leben eines Menschen? Die vorhergehenden Generationen haben alle Schlimmes erlebt. Uns erwischt es halt auch.
    Was hier auch gesagt wurde, ist wichtig: Verbreiten wir die Liebe, die Geduld, die Langsamkeit, das Maßhalten…das ist vermutlich wichtiger denn je.
    Kleines Erlebnis heute: Jemand hielt mir die Tür auf und ich revanchierte mich, den fremden Menschen mit dem Schirm durch den Regen zu führen.

  5. Rilke würde nun vielleicht bemerken, dass der Mensch (wie immer) nach dem Idealen strebt.
    Doch genau dann, wenn wir bemerken dass die Gegenwart dem nicht entspricht trauern wir und sind empört. Doch was wirklich geschehen ist, bemerkt man vielleicht beim zweiten betrachten. Denn genau in dem Moment bin ich eins mit mir, habe mein selbst glasklar wahrgenommen. Und genau jetzt ist der Zeitpunkt mich selbst zu akzeptieren – so wie ich bin. Liebe Maria, Danke für diesen Beitrag,

  6. es ist traurig aber war und das traurige ist – wir sind alle beteilgt – jeder auf seine Art – genau so können wir es verbessern – jeder auf seine Art
    lg zentao

  7. ich korregiere mich ein wenig: Das Wasser muss ruhig im Glase werden, damit sich der schmutz zu Boden senkt. Wenn wir es ruhig halten und achtsam sind, bleibt es klar.

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