Heute ist Weihnachten

Nein, ich irre mich nicht im Datum. Aber ich muss die Geschichte von vorn erzählen.

Es war Herbst und wir waren am Meer in den Ferien. In Rom. Wir genossen die letzten Sonnentage mit heissem Badewetter. Natürlich besichtigten wir auch die wunderbare Hauptstadt und dort, wie könnte man das auslassen, den Petersdom. Ich nahm meine Kamera mit, diesmal mit dem schweren, alten 300-er-Teleobjektiv. Ein zweites Mal wollte ich mir nicht die Aussicht über die ganze Stadt entgehen lassen, fotografisch, meine ich. Wir stapften also die tausend Treppenstufen hoch, schnauften und wanden uns der Kuppel entlang. Oben trat ich ins Freie, wechselte das Objektiv und………….. nichts. Meine Kamera war tot. Akku leer? Nein, auch nicht. Objektiv wieder zurückwechseln. Nichts. Was war ich traurig und enttäuscht!

Der Dämpfer dauerte nicht nur den Rest des Tages und weil ich mich ärgerte, nun die ganze schwere Ausrüstung vergeblich mitgeschleppt zu haben. In den folgenden Wochen merkte ich, dass mir etwas Wichtiges fehlt. Ich benutzte wieder die alte, kleinere, handliche Finepix, aber der Qualitätsunterschied verdarb mir die Freude. Es ist eben keine Spiegelreflexkamera.
Meine finanziellen Prioritäten müssen zur Zeit anders gesetzt werden. Eine neue Kamera kann ich mir nicht leisten. Ich dachte nicht weiter darüber nach, das hilft nicht. Am besten vergesse ich das Fotografieren für eine Weile, dachte ich. Amico guckte sich die Maschine an und fand nichts. Ein paar Wochen später wollte er sie sich noch einmal angucken und fragte, ob er sie mitnehmen dürfe. Er kenne da so einen, meint er. Mindestens rausfinden, was los ist, könnte man doch mal.
Vielleicht mein Weihnachtsgeschenk, dachte ich, falls man überhaupt was machen kann und der Preis dafür nicht in schwindelerregender Höhe ist. Aber da mach ich mir keine Hoffnungen.

 

Heute ist Weihnachten! Ich kann es noch immer kaum fassen. Ich hab wieder eine Kamera! Einfach so. Ohne besonderen Anlass. Eine riesige Freude! Eine grosse Überraschung. Was ich damit zurückerhalten habe, kann ich nicht in Worte fassen. In Bilder, vielleicht.
Ich hab schon das Lächeln meiner wunderbaren, grossen, morgen vierzehnjährigen Figlia und meinen Adventskranz abgelichtet. Ich kann wieder fotografieren!

Es gibt Engel. Ich kenne einen. Und dafür danke ich dem ganzen Himmel.

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