Vom Sprechen, vom Schweigen und vom Du

Der weibliche Wille zu sprechen, um zu sprechen, ohne zu wissen, was es exakt sagen will, ist ein Sprechen, um nichts zu sagen, damit das Unmöglich-zu-Sagende, das in den Worten widerhallt wie in einem hohlen Instrument, hörbar wird.
Luisa Muraro

Das Dumme ist nur, wenn man weiss, dass man kaum Worte finden kann für das, was man eigentlich sagen will und  niemand da ist, der das Unmöglich-zu-Sagende hören möchte, niemand, der Geduld hätte, endlosen Geschichten zuzuhören, die mit dem ersten Satz schon sagen, dass sie das Unmögliche nicht auf den Punkt bringen können.

Dann hängt man zwischen Schweigen und Reden, suchend nach Ausdruck, verstummend, als ob einem das Wort im Hals stecken bliebe, die Wünsche wie Hände, mitten in der Geste erstarrt, langsam sinken lassend.
Man gibt die Suche auf. Die Suche nach dem Unbekannten, Unmöglich-zu-Sagenden, der und das sich offenbart zwischen den Worten, und in der Suche wohnt und im Klang.

Unversehens, und das ist der Sinn solchen Sprechens, ohne zu wissen, was es exakt sagen will, bin ich auf Tiefstes gestossen. Mit meinem ganzen Leben und Sein möchte ich Ausdruck und Klang dieses Unsagbaren werden, bin es schon. Längst. Zwei rote Fäden, Aufträge in meinem Leben. Vielleicht einer. Gott suchen und andere dabei mitnehmen. Anbetung. Lehrerin. Beides im weitesten Sinne verstanden. Was in mir ist, ausdrücken, verschenken und weitergeben, leben mit anderen, anderen helfen, es auch zu tun. Und (vielleicht so) das Unmöglich-zu-Sagende sagen.

Alles braucht das Du.

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2 Gedanken zu “Vom Sprechen, vom Schweigen und vom Du

  1. Ach, da sagst du was. So ähnlich fühlte sich das letzte Woche an. Oder auch ein bisschen anders. Weiß nicht. Jedenfalls haben wir viel geredet, obwohl wir uns wegen der Sprachbarrieren kaum verständigen konnten. Ich weiß auch gar nicht so genau, was wir geredet haben. Vielleicht war die Angst zu groß, was passieren würden, würden wir schweigen …

  2. Was du schreibst kenne ich sehr gut. Habe es selbst in mir erlebt und kann es doch niemanden beschreiben. Nur das mit der Suche habe ich aufgegeben. Warum etwas suchen, wovon ich selber ein Teil bin. Jetzt würde ich es achtsames Beobachten meiner selbst nennen. Menschen von Gott zu überzeugen wird nach meiner Überzeugung nicht funktionieren. Jeder muss es für sich selbst erfahren. Gott ist keine Religion für mich, er ist schlicht und einfach das Leben. Dieses zu verstehen mit all seinen Geheimnissen, Wahrheiten und Überraschungen ist ein spannendes Abenteuer, hierbei nehme ich gewollt und ungewollt Menschen mit. Es zu erklären fällt schwer. Für mich wird es spannend weniger zu werten, mehr zu beobachten und zu betrachten. Eine nicht zu beschreibende Form der Gelassenheit ist dabei wohl ein Schlüssel. Vielen Dank für deinen Gedanken anregenden Beitrag:-)

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