Vom Schreiben, dem Fotografieren und der Schöpfung

Ich möchte mit euch einen Link aus meinem Futtertrog (Feedreader) und meine Gedanken dazu teilen.

Was also fasziniert am geschriebenen Wort? Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass etwas, was man spricht, wenn es denn aufgeschrieben wird, plötzlich irgendwie verbindlicher ist. Das Geschriebene ist wie die Fotografie eines Gedankens. Eine Art Zeugnis eines gedachten Moments. Es ist ein Teil von uns, eine Offenlegung, und es ist irgendwie immer mehr als die Summe aller Buchstaben.

von Thinkabout

Der Vergleich des geschriebenen Gedankens mit einer Fotografie hat mich fasziniert.
Ich fotografiere selbst sehr gerne. Und mir passiert da oft genau dasselbe wie beim Schreiben: Im Nachhinein, mit Abstand frage ich mich oft verwundert, ob das wirklich ich gewesen bin, die da kreativ wurde.
Da ist ein Bild oder ein Text, und manchmal beides kombiniert, und sie erzählen Geschichten. Hinter den Worten und hinter den Bildern.

Worte sind auch Bilder. Einfach anders. Jede Kunst, alles kreativ Erschaffene, alle Schöpfung ist Vehikel für das, was in uns ist. Für den Geist. Für das Herz. Für die Seele. In diesem Sinne ist alle Kunst Offenlegung und Teil von uns.

Fotografie, die ablichtet, was schon da ist, kann gefüllt werden mit dem, was wir damit ausdrücken wollen, (und vom Betrachter mit dem, was er darin sehen will).
Das Aufschreiben der Gedanken und der flüchtigen Bilder, die manchmal fast nicht zu fassen sind, ebenso.

Es ist alles schon da. Beim Versuch, es zu erfassen, sieht man durch die eigene Brille. Und der Betrachter tut genau dasselbe, wird gleichermassen zum Schöpfer. Auch er schöpft aus einer Quelle. Der selben.
Schöpfung ist sichtbar gemachter Geist. Gefüllt damit.

Das alles ist das Faszinierende.
Und man kann es durchaus auf Gott beziehen.4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

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2 Gedanken zu “Vom Schreiben, dem Fotografieren und der Schöpfung

  1. das ist ein sehr treffendes bild finde ich. denn fotografie zeigt nie was ist (im objektiven sinne), sie zeigt eine sich auf die dinge. selbst wenn eine fotografie scheinbar dokumentiert, ist sie bereits ausdruck einer „inszenierung“ die sich durch die betrachtungsweise desjenigen ergibt, der den auslöser drückt.

    und genau das ist eine angelegenheit die für alles gilt, für jede form der wahrnehmung und abbildung dieser wahrnehmung. was ich sehe ist eine mischung aus dem vermeintlich seienden und meiner geronnenen anschauung. und für mich liegt die vermutung nahe, dass jede erkenntnis, jede mystische erfahrung, jede gottesschau oder schau der phänomene, die sich auf dem weg dahin um alles ranken, ausdruck eines glaubens, einer erwartung, einer individuellen sichtweise, einer individuellen wahrnehmung, eines individuellen lebens sind.

    und vielleicht problematisiert man das eine ganze weile, weil man sich an der unfähigkeit zur objektiven schau abmüht – ich aber glaube, wenn gott sich offenbart, im kleinen oder grossen, interessiert ihn die objektivität herzlich wenig. denn wenn er die liebe ist, dann ist er das werden und vergehen des immerwährenden dialogs zwischen den liebenden. dann ist es sozusagen teil seiner natur, sich in der dialoghaftigkeit zu entfalten.

    pardon ich schweife so umher….aber das beschäftigt mich selbst auf verschiedene weisen in diesen wochen und dein artikel kam da auf interessante weise mit hinein.

    danke und liebe grüsse
    giannina

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