Liebes Tagebuch

Wenn ich schreibe, dann kommen zuweilen Dinge aus mir hoch, von denen ich nicht so richtig wusste, dass sie da sind. Sie sind trotzdem Teil von mir, auch wenn sie mir im ersten Augenblick fremd erscheinen.
Sie machen fassbar, greifbar, was in mir abläuft. Ich sehe schwarz auf weiss, zwar nicht auf Papier, aber auf dem Bildschirm, was mich beschäftigt.
Manchmal bin ich sehr erstaunt. Manchmal berühren mich meine Texte selbst. Vor allem jene, die ich einfach aufschreibe, ohne bewusst zu formulieren. Ohne mit einem Thema länger schwanger zu gehen um dann eines Moments die fertigen Gedanken zu gebären.
Ich bin mein erster Leser, wie Thinkabout hier so treffend formuliert.

Und so kann ich es nicht lassen, ständig mein Tagebuch geöffnet zu haben und immer mal wieder etwas hineinzuschreiben. Ich reflektiere mein Leben und verarbeite es.
Mal lass ich alles einfach stehen, wie es ist, mal formuliere und feile ich mit grossem Vergnügen an einem Text bis er sitzt, bis er genau das ausdrückt, was ich damit sagen will.

Das Tagebuch war mir schon so oft ein wichtiges Instrument, wenn es galt, herauszufinden, was eigentlich in mir passiert. Wenn ich den grossen Bogen sehen wollte, den roten Faden. Es ist ein Zeitzeugnis der Gedanken und Gefühle, nicht so sehr der Ereignisse. Ich lese immer wieder darin, lerne aus dem Erkannten und gehe weiter, werde mir bewusster, wo ich dran bin, wo ich feilen möchte.

Und manchmal, so wie jetzt, plane ich nichts und es entsteht in kurzer Zeit ein Text, den ich so gut wie nicht nachbearbeitet, in mein Blog stelle.4stats Webseiten Statistik + Counterfree hit counters

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4 Gedanken zu “Liebes Tagebuch

  1. Liebe Schneiderin
    Genau so bist Du mir vertraut geworden. Ich lese wahnsinnig gerne hier und empfinde meinen persönlichen Gewinn im eigenen Bloghaus auf die gleiche Weise.
    Was hier vorliegt, ist unheimlich wertvoll in seiner Fülle. Zerstöre es nicht, nie. Denn es hat seinen grössten Wert immer zuerst für Dich selbst.

  2. Liebe Maria,

    das, was du über dich schreibst, kommt mir sehr gekannt vor: Fast jeder Text, den ich schreibe, erzählt mir später mehr über mich, als ich bisher sah. Daher schreibe ich auch nebenher Tagebuch. Zur Einstimmung mache ich immer meine „Herz-Meditation“. Und die meisten Texte, die ich im Blog veröffentliche, kommen auch so aus mir hervor – und ich überarbeite sie kaum! Ich feile allerdings nicht so gern an Texten herum, wie du :-)

    Lieben Gruß
    Josephine

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