Erdnähe

Campieren hat einen hohen Erholungswert – für mich zumindest.
Ich vermute, ich hab den Grund dafür gefunden: Man ist mehr in Erdnähe.
Man schläft auf dem Boden, lebt vorwiegend im Freien, ist daher in näherem Kontakt zur Natur. Man ist den Naturgewalten ausgeliefert.
Ein Freund sagte kürzlich, er sei überzeugt davon, dass der Wald eine heilende Wirkung auf den Menschen habe, wenn man in ihm und mit ihm lebe. „Ohne jetzt esoterisch zu werden“, fügte er schnell hinzu.
Ich erzählte ihm darauf von meiner Linde, die ich fast immer aufsuche, wenn ich innerlich aufgewühlt bin, nicht weiter weiss. Ich gehe von dort immer anders, als ich gekommen bin. Sie hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Es ist einfach ein guter Ort, an dem ich dem Himmel näher bin als anderswo.
Wie war ich überrascht, dass dieser Freund genau zur selben Linde geht wenn er Schwieriges verarbeiten muss.
Solches zu hören, bewirkt in mir eine demütige Haltung. Die grossartige Schöpfung und alle Wesen, die darin leben, sie alle haben ebenso ein Recht, hier zu wohnen und zu leben wie ich selbst.

Heute ist mir bewusst geworden, dass ich dieser Haltung im Alltag mehr Ausdruck verleihen möchte. Wenn alles Daseinsberechtigung hat und ich andere Wesen töten muss um zu überleben, dann kann ich das so tun, dass ich mich bei ihnen für ihr Opfer bedanke und mir nicht mehr nehme, als ich zum Leben brauche.
Ich möchte mir ein offenes Herz für diese Haltung bewahren, zutiefst dankbar bleiben, dass ich alles im Überfluss habe, was ich brauche, und dass ich alle Unterstützung bekomme, die ich nötig habe.

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