Lustig ist das Zigeunerleben

Campieren ist… ach, es gibt keine Worte. Das muss man erlebt haben, um zu verstehen.

Stell Dir vor, Du krabbelst aus Deinem Bett und landest direkt im Freien. Die Sonne blinzelt, der Regen flüstert oder rauscht, die Vögel singen. Du schlenderst durch die kühle Morgenluft zu den Waschräumen um mit kaltem Wasser das Gesicht zu erfrischen, wach zu werden und den Tag zu begrüssen. Auf dem Weg begegnen Dir nur wenige Menschen. Aus allen Augen guckt der Schlaf aber auch ein zufriedenes Leuchten. Es ist still und friedlich. Viele schlafen noch. Wer wach ist, mag noch nicht reden. Wir nicken einander einen guten Morgen zu.

Später breitest Du vor dem Zelt eine Decke aus, holst als Sitzunterlage die Isomatte und frühstückst: frisches, knuspriges Brot aus dem kleinen Laden nebenan, Kaffee, Konfitüre und Honig aus der nachfüllbaren Tube.

Wenn das Wetter es erlaubt, verbringst Du den Tag am See mit schwimmen, paddeln im Gummiboot, Sandburgen bauen, lesen und Eis essen, einer Schifffahrt in die nächste Stadt, einem Marktbummel und was Dir sonst noch einfällt.

Abends kochst und isst Du im Freien. Wenn es Nacht wird, kannst Du mit dem Schlafsack auf der Matte liegen und die Sterne bewundern, Sternschnuppen zählen und Dir was wünschen. Oder Du spazierst an den See, siehst zu, wie der Mond sich im leise plätschernden Wasser spiegelt, malst Dir aus, wer wohl hinter den farbigen Lichtern wohnt, die am Seeufer entlang glitzern, hörst dem Wind zu, der ausgelassen mit den Blättern der grossen Eichen spielt.


Und bei all dem atmest Du tief ein, saugst die ganze Welt in Dich auf, alle frische Luft, die es gibt und hältst Dein Gesicht ins Licht um es ganz tief im Herzen aufzunehmen und festzuhalten. Etwas tief in Dir erinnert sich an Urzeiten, wo die Menschen noch in Höhlen wohnten und mit der Natur lebten, mit Feuer, Erde, Luft und Wasser.
Du hast plötzlich die grösste Mühe, Dir das zivilisierte Leben und Dein Zuhause in Erinnerung zu rufen. Der Alltag ist weit weit weg.

Und? Kannst Du es Dir vorstellen? Hörst Du den Wind und die Vögel, das Rauschen des Regens? Riechst du das Gras?

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2 Gedanken zu “Lustig ist das Zigeunerleben

  1. Das hast Du schön beschrieben, es erinnert mich an meine Jugend, trotzdem ziehe ich heute ein gutes Hotel vor, beim Campen waren immer Ameisen und anderes Krichgetier und Campen ist nur schön bei warmem und schönem Wetter.
    trotzdem oder erst Recht viel schönes Wetter, weil es erst dann Spass macht.
    Liebe Grüsse zentao

  2. Danke für den Kommentar und die guten Wünsche.

    Für mich ist campieren nach wie vor auch dann schön, wenn es regnet. (obwohl das Zelt nicht wirklich dicht gehalten hat).
    Mit den Ameisen habe ich auch keine Mühe. Die kommen nur ins Zelt, wenn das Moskitonetz offen bleibt ;-)

    Liebe Grüsse
    Maria

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