Geben – Erwarten

Ich spüre, dass Geben eine Entscheidung ist. Und wenn sie freiwillig geschieht und nicht weil ich denke, ich müsste, sondern ganz und gar freiwillig, dann liegt eine wunderbare Kraft und ein Licht im Geben. Eine Quelle. Die mich selbst nährt. Es ist paradox. Aber je mehr ich das verinnerliche, desto weniger ist da ein Widerstand gegen das Geben, desto weniger die Angst, zu kurz zu kommen, desto grösser das Vertrauen und zuletzt das Wissen, ich erhalte alles, was ich brauche.

In die gleiche Richtung geht folgender Gedanke:

Erwarte alles, und alles scheint nichts zu sein.
Erwarte nichts, und irgend etwas scheint alles zu sein. Sam Hazo

Ich brauche nichts zu erwarten. Ich werde bekommen, was ich benötige. Auch wenn ich es nicht erwarte.
Etwas zu erwarten ist jene feine Haltung des Forderns, die sich als Zielsetzung verkleidet. Unter der Erwartung liegt die insgeheime Angst, zu kurz zu kommen. Man hat das Gefühl, die Erwartung selbst zieht das Erwartete an, und wenn man nichts erwarten würde, dann erreichte man nichts, und was man will, würde nicht in Erfüllung gehen.
Wenn du aber nichts erwartest, dann steht dir das ganze Universum offen. Dann kannst du aus der Fülle der Möglichkeiten geschenkt erhalten, was gerade nötig ist, um weiter zu kommen.

Eine Erwartung ist nicht dasselbe wie ein Ziel und nicht dasselbe wie ein Wunsch oder Traum. Man kann träumen und wünschen, ohne zu erwarten. Und man kann sich ein Ziel setzen, ohne den Weg mit seinen vielfältigen Möglichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Er-warten. Man wartet, bis etwas eintrifft. Man liefert sich aus. Man ist erst zufrieden, wenn das eingetroffen ist, worauf man gewartet hat. So lange verschenkt man seine Zufriedenheit.
Hinter solchem Warten ist eine zutiefst passive Haltung versteckt. Nicht ein aktives Annehmen und Umgehen, mit dem, was ist. Sondern eine Abhängigkeit von den Umständen.
Und eine gewisse Überheblichkeit. Man ist sicher, dass man weiss, was man braucht, dass man das Richtige erwartet. Aber, woher weiss man das so genau? Könnte es nicht sein, dass man sich irrt?
Etwas ganz genau so und nicht anders zu erwarten, ist eine Einschränkung der Möglichkeiten. Und ein hoher Anspruch. Man geht davon aus, das Recht auf etwas zu haben, aber das heisst, dass alles, was dann in der Realität auf einen zukommt, bedeutungslos ist, weil es nicht das Erwartete ist.
Andernfalls, wenn man nichts erwartet, nicht weil man sich geringschätzt, im Gegenteil, weil man sich das Beste gönnt, dann kann man von jedem Augenblick beschenkt und bereichert werden.

Also, lass deine Vorstellungen los, wie etwas zu sein hat. Dein Geist wird weit und dein Herz gross für das, was ist. Für das grosse Geschenk, das dein Leben jetzt gerade ist.

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2 Gedanken zu “Geben – Erwarten

  1. das sind wahre und weise Worte, ich Danke Dir, ich habe wieder etwas über meine Erwartungen gelehrt und werde versuchen frei von Erwartungen zu sein.
    Liebe Grüsse zentao

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