…denn das Gute liegt so nah!

Seit kurzem besitze ich ein Buch über das Fasten. Je länger ich darin lese, desto überzeugter bin ich, dass ich aus dem grossen Angebot das Richtige ausgewählt habe. Kurze und doch nicht zu knappe Beschreibungen, leckere Rezepte für Fastenbrühen, Tipps gegen alle möglichen Beschwerden und Schwierigkeiten und noch viel mehr gibt es da.
Und doch hab ich mir eine Saftwoche gekauft. Das Fertigmenü sozusagen. Irgendwie schade.

Es bräuchte doch nicht die teuren Säfte. Im Buch stehen leckere Rezepte für verschiedenste Fastenbrühen. Und die werden aus Gemüse, Kräutern und Gewürzen gemacht, produzieren keinen Glasabfall und sind viel billiger. Die Mahlzeiten wären dann erst noch abwechslungsreicher. Und wenn man frühzeitig abbrechen will oder muss, dann verwendet man die schon eingekauften Zutaten einfach für normale Menüs. Auf diese Art könnte man ab und an ganz natürlich und spontan im Alltag einen Fastentag einschalten.

Wie viel Einfachheit und Natürlichkeit geht verloren, weil wir uns für jedes Zweckchen und für alle Fälle irgendein Ding anschaffen, das nachher oft unbenutzt unseren Schrank verstopft?
Wie viele Dinge wären nicht nötig, zu kaufen, weil wir sie eigentlich schon haben? Wusstest du zum Beispiel, dass man mit feinem Maisgriess und Duschmittel ein Peeling machen kann?
Oder was kaufen wir nicht alles, wenn wir Kinder bekommen! Statt dass wir zum Beispiel selbst auf Babypflege oder etwas anderes Hautverträgliches umsteigen, und das dann auch fürs Baby verwenden, kaufen wir extra Babypflege vom Puder bis zum Hautöl und verwenden das natürlich ausschliesslich fürs Baby.

Werbung gaukelt uns glaubhaft vor, dass wir jede Woche eine neue Welt brauchen und ohne all die praktischen Helferchen in der Küche ganz verloren sind. Wir sammeln Dinge. Füllen unsere Küche und stopfen unsere Schränke voll. (Und nebenbei unseren Geist. Denn ein Zuviel, egal von was, ist immer schlecht für den Geist.)
Unsere ganze Gesellschaft lebt von diesem Zuviel. Wir haben alles (Materielle) im Überfluss. Wir leben in Extremen und vergessen dabei das Einfache. All die wunderbaren, nebenwirkungsfreien, billigen Hausmittel, die für unsere Grosseltern noch ganz normal waren, kennen wir nicht mehr.
Jetzt komm ich vom Hundertsten ins Tausendste. Eigentlich wollte ich auf meine Saftwoche zurückkommen. Ich hätte mir das Geld für die Saftkur sparen können und stattdessen besser einen Irrigator für Darmspülungen und gutes Biogemüse für die Suppen gekauft.
Das nächste Mal arbeite ich nur mit dem Buch.

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