Was ‚Propheten‘ voraussagen

Glaube nicht dem Herausgeber einer grossen Tageszeitung, der sagt, dass das nächste Jahrzehnt das Jahrzehnt des Qualitätsjournalismus sein werde und die Printmedien wieder gross rauskommen würden. Jeder, der Augen habe, zu sehen, müsse das erkennen.
Glaube nicht dem Philosophen, der sagt, diejenigen seien blind, die nicht erkennen, dass die Gesellschaft sich zu einer Spassgesellschaft entwickelt und in zehn Jahren einem Jahrmarkt gleichen wird.
Glaube nicht dem Prediger, der mit Feuer in den Augen das Ende der Welt prophezeit und ankündigt, dass die Menschen in den nächsten zehn Jahren in Scharen in die Kirche strömen werden weil sie ohne Antwort seien.
Glaube nicht der Politikerin, die ankündigt, das nächste Jahrzehnt sei massgeblich geprägt von jungen Leuten, die Politik als ihre Plattform entdecken und ihre revolutionären Ideen durchsetzen werden.
Glaube nicht dem Sportlehrer, der eine neue Ära der Fitness proklamiert.
Nicht dem Geflügelproduzenten, der Hühnerfleisch als das gesündeste Fleisch bezeichnet.
Glaube nicht dem Sozialarbeiter von der Familienhilfe, der behauptet, jedes Kind werde geschlagen.
Glaube nicht dem Ehetherapeuten, der meint, in zehn Jahren gäbe es keine Menschen mehr, die nur einmal verheiratet gewesen seien.

Die meisten dieser Propheten attestieren den Skeptikern unter ihren Zuhörern Blindheit.
Sie verkaufen ihre Thesen – und nichts anderes sind sie – als Fakten.
Sie sehen, fokussiert auf ihr Spezialgebiet, die Welt durch ebendiese Brille. Alle nebenan existierenden Sachverhalte nehmen sie nicht oder nur teilweise wahr.
Deshalb stimmen solche Aussagen nur bedingt.
Und auch dies ist blosse These.

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