Der Zwerg und der Igel

Vor langer Zeit, als König Drosselbart noch lebte, wohnte im grossen Schlosswald ein kleiner Wichtelmann. Er war fröhlich und fleissig und sehr hilfsbereit.
Eines Tages, als er gerade den kleinen Weg vor seinem Häuschen fegte, kam ein Igel vorbei.
„Guten Tag Stachelbart. Wie geht es dir?“ fragte der Wichtelmann.
„Ach, Zwipf, ich bin so traurig. Ich fürchte, mir kann niemand helfen.“
„Was fehlt dir denn?“ fragte der Zwerg.
„Ich weiss es selbst nicht, das ist die Schwierigkeit. Wüsste ich es, könnte ich doch etwas dagegen unternehmen.“
„Da hast du recht“, entgegnete der Zwerg, „Komm doch erst mal ins Haus und trink mit mir eine Tasse Siebenkräutertee. Das tut dir bestimmt gut. Und dann wollen wir zusammen herausfinden, was dich bedrückt.“
Der Zwerg nahm den Igel bei der Pfote und führte ihn ins Innere seines Häuschens. Er bot ihm einen Stuhl an, legte im Ofen etwas Holz nach und füllte den grossen Topf auf dem Herd mit frischem Wasser. Die beiden tranken und plauderten und lachten den ganzen Morgen lang.
„Oh, ich müsste längst zu Hause sein“, rief der Igel auf einmal, „Ich habe die Zeit ganz vergessen.“
„Das ist schön! Und bist du noch immer traurig?“ fragte Zwipf.
„Nein, ich bin nicht mehr traurig“, bemerkte der Igel erstaunt, „auch das habe ich ganz vergessen.“
„Das ist wunderbar“, meinte der Wichtel, „dann kannst du ja jetzt heimgehen und dein Tagewerk beginnen.“
„Ich danke dir tausendmal! Auf Wiedersehen!“ rief der Igel und hüpfte fröhlich nach Hause.
Der Wichtel lächelte. Zufrieden, nahm er den Besen wieder auf und fegte weiter.

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