Luise Rinsers ‚Blog‘

Wäre Luise Rinser heute in meinem Alter würde sie vielleicht ein Blog schreiben.
Ihr Tagebuch, ‚Wir Heimatlosen‘, beschreibt die Jahre 1989-1992 und kam 1992 heraus. Es liest sich wie ein Blog.
Ok, ich weiss, ein Blog ist ja im Grunde ein Tagebuch. Aber Rinsers Tagebuch hat für mich stärker als andere Blogcharakter. Vielleicht weil sie sehr oft politisches Weltgeschehen kommentiert und weniger ihre persönliche Geschichte, wie ich das von einem Tagebuch erwarten würde.
Ich vermute, dass sie viele ihrer Eintragungen vor dem Hintergrund der Veröffentlichung verfasst hat, so, wie man das bei einem Blog auch tut.

Sie schreibt im Vorwort dazu, es sei ihre Art, Zeitgeschichte zu notieren, entweder als Berichterstattung oder Reflexion und bedauert, dass ihre Zeitgenossen diesen Kommentar erst zwei, drei Jahre später lesen können, fürchtet, dass es niemanden mehr interessiert.

Wir dagegen, wie haben wirs doch gut! Wenn ich heute was schreibe, kann es ein paar Minuten später die ganze Welt lesen. Zumindest jener Bruchteil, der Computerzugang hat und Deutsch versteht.
Ob das Vor- oder Nachteil ist? Das zu beurteilen überlass ich meinen Lesern.

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