Vorfreude

Kennst du das?
Ein wichtiges und wunderbares Ereignis steht kurz bevor. Ein Ereignis, von langer Hand geplant, mit tausend freudigen Gedanken schon im Voraus angereichert, seit Wochen ein Lächeln auf dein Gesicht zaubernd, graue Momente in glitzerndes Licht tauchend, denkst du daran.
Und dann, irgendwann rückt es näher, ein paar Tage nur noch.
Plötzlich möchtest du die Zeit anhalten, wünschst dir, es möge nie kommen, nicht eintreffen, noch lange in deiner Vorfreude verweilen.
Du fürchtest, dass nichts von dem in Gedanken vorweg genommenen eintreffen wird. Fürchtest, dass du dich getäuscht hast. Unweigerlich enttäuscht wirst.
Aber du weisst, du kannst die Zeit nicht aufhalten.
So ergibst du dich in ihren Fluss, lässt die Vorfreude los, all die Bilder und Vorstellungen und weisst nicht, ob du dir stattdessen jetzt den GAU ausmalen sollst. Ganz nach Manier eines pessimistischen Zeitgenossen, der meinte, wenn man sich das Leben möglichst negativ ausmalt, könne man nicht enttäuscht werden.
Ich ziehe die aufgeregte, gespannte Vorfreude vor.
Obwohl ich weiss, dass ich enttäuscht werden könnte.
Es ist nicht die schlimmste aller Täuschungen, aber eine von Leben sprühende.

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