Zwiespalt

Ich habe Angst, rückhaltlos Liebe zu verschenken. Angst vor erneuten Enttäuschungen. Angst, mich für dumm zu verkaufen. Angst, die wirkliche Liebe letztlich doch nie zu finden darin. Wenn es sie denn geben sollte, so, wie ich sie mir vorstelle.

Ich, dieses fremde Wesen, bestehe aus zwei Teilen, dem einen, der haben will und dem anderen, wirklichen, ewigen, göttlichen, der schenken will.

Der Teil, der haben will, das Ego, hat Angst, sich ganz und völlig zu verschenken. Es denkt, es komme zu kurz und verliere etwas dabei. Es verliere sich selbst. Das Ego schenkt, weil es haben will.

Viel zu selten nimmt der andere Teil mein Handeln ein. Der Teil, der schenken will und nichts erwartet. Der Teil, der Liebe sucht, statt nörgelt.
Es ist Gott selbst, der in meinem Inneren lebt und der wirkliche Liebe schenken kann.

Vielleicht wird es immer so sein, dass sich die beiden Teile vermischen. Das ist es, was den Schmerz in der Liebe hervorruft. Je mehr Anteil Ego, desto mehr Schmerz.
Mein Ego möchte nämlich etwas zurück haben, wenn es sich verschenkt. Es ist verletzt und beleidigt, wenn es gar nichts bekommt. Enttäuscht, wenn der Geliebte die Liebe verschmäht, in einer unzugänglichen Gedankenwelt lebt, fern zu sein scheint, anders oder nicht reagiert…
Ja, ja, das Ego ist anspruchsvoll!
Wenn es obendrein noch stolz wird und mich beschuldigt, dass es falsch sei, zu schenken weil man haben will, ist das Chaos perfekt. Das Ego beschliesst also, nicht zu schenken, damit das nicht passiert. Es möchte nämlich brillieren und stellt, so finde ich, entschieden zu hohe Ansprüche an sich selbst. Schliesslich wird es unweigerlich schmerzen, wenn man zu lieben anfängt, und das Ego möchte auf keinen Fall, dass es weh tut.
So bleibt es also sitzen, tut nichts und ist unzufrieden deswegen und wenn es dann doch anfängt und verletzt wird, badet es sich in Selbstmitleid.
Kompliziert und erschöpfend!

Solange mein Bewusstsein nicht davon durchdrungen ist, dass ich in Gott bin und er in mir, wird dieser Kampf bestehen bleiben.
Bis dahin werde ich wohl trotzdem lieben, auch wenn es weh tut weil Gott letztlich stärker ist in mir. Er ist ewig. Das Ego muss sterben. Immer mehr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s