Die Zauberflöte – Das Medienspektakel

Ich bin ja absolut kein Fan der Oper. Im Gegenteil, normalerweise kann ich das fibratoreiche und sülzige Arienspektakel nicht ausstehen.
Aber gestern Abend hat es mich regelrecht begeistert.

In den letzten Tagen hat Kurt in seinem Aeschbacher-Blog auf seine witzige Art auf das grosse Medienspektakel hingewiesen: Die Zauberflöte.
Auf SF1 live übertragen, was auf der Bühne abgeht, auf SF2 zeitgleich ein Blick hinter die Kulissen.

Das könnte spannend werden, dachte ich, aber ausgerechnet Oper! Vielleicht find ich ja Zugang, wenn ich mir das Backstage-Programm ansehe. Und in der Tat, so war es.

Anfangs hatte ich zwar so meine Mühe, weil ich eben Arien nicht ausstehen kann, aber nach dem Interview hinter den Kulissen mit Pamina wollte ich unbedingt ihren Auftritt auf der Bühne sehen. Weil ich wusste, sie würde gleich drankommen, gehört und gesehen hatte, was für ein Mensch sie ist, war es plötzlich sehr spannend.
Also, schnell zappen und auf SF1 die Oper von vorn ansehen. Bis es mir arienmässig unangenehm und langweilig wurde und ich wieder zu SF2 backstage wechselte.
Ganze vier Stunden hielt ich es aus! Ich lebte mich richtig ein. Es wurde immer spannender.

Gegen elf brachte mir Marito den drahtlosen Kopfhörer und drehte die Lautstärke ab. Die lieben Nachbarn sollen ja nicht gestört werden. Und bei den gesprochenen Sequenzen muss man die Lautstärke einfach höher drehen, um sie dann bei der nächsten Arie schnell wieder runterzuschrauben.
Das Haus ist extrem ringhörig…

Der Papageno gefiel mir auch. Ich war beeindruckt und begeistert über seine Leistung. Kann der doch tatsächlich betrunken rumtorkeln und gleichzeitig glasklar singen oder er rollt sich auf dem Boden rum und an der Stimme merkst du rein gar nichts. Kein Geholper – nichts! Also der versteht sein Geschäft wirklich!

Die Königin der Nacht gefiel mir nicht so. Ist eher ein Bauchgefühl, denn ich kann es nicht an einer schlechten Leistung festmachen.

Was mich aber auch sehr beeindruckte, war der Zusammenhalt dieser Menschen. Jeder einzelne war mit grosser Freude und Hingabe, ja Leidenschaft bei der Sache. Keinen sah ich, der nicht mit Konzentration und viel Engagement arbeitete. Und am Schluss strahlten alle. Wo findet man sonst sowas?

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