Mehrwert mit Steuer

Ich schreibe. Und schreibend nehme ich die Welt in Besitz. Ich mache sie mir zu Eigen. Blatt für Blatt, Wort für Wort sammle ich in meiner Schatzkiste. Kraftvolles, Lichtes, Schweres, Trauriges, Fröhliches, Humorvolles, Kompliziertes.

Damit wird fassbarer, was mir mein Leben zwischen den Zeilen zu sagen hat.
Ich entscheide, was es mir wert ist, festgehalten zu werden und was nicht.

Das Geschriebene verstärkt im Nachhinein das Erlebte. Es hält sozusagen eine Lupe darüber. Schaut genauer hin. Verankert die Erinnerungen. Fasst Vages in Worte. Macht sichtbar, worüber gerade noch Nebel lag.

Ist nur wirklich gelebt und verarbeitet, was ich aufschreibe?

Schreiben wird zur Achtsamkeitsübung.
Die Worte schwirren in der Luft umher. Sie warten nur darauf, von jemandem niedergeschrieben, erfasst, gesehen und gehört zu werden. Meine Aufgabe ist es, sie wahrzunehmen und zu Papier zu bringen.

Die Position des Künstlers ist bescheiden. Er ist im Wesentlichen ein Kanal. Piet Mondrian

Die Wörter führen gleichsam ein Eigenleben. So wie ich selbst gesehen, erfasst und im Leben von Menschen verankert werden möchte, wollen sie es auch. Mehr-Wert erhalten.
Die Steuer dafür wird in der seltenen Währung
ZEIT bezahlt.
Zuhören, Erinnern, Integrieren, Teilen.

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