Seit längerer Zeit denke ich über die Frage nach, inwieweit meine Wünsche und Erwartungen, die ich in einer Beziehung an den anderen habe, das Verhalten des Gegenübers und die Erfüllung des Wunsches beeinflussen.
Die Fälle scheinen sich zu häufen, in denen mein Wunsch sofort erfüllt wird, sobald ich dessen Erfüllung dem Himmel überlasse und nicht mehr vom Partner erwarte. Das klingt etwas naiv, ist aber schlicht meine Erfahrung.
Wenn ich es schaffe, meinen Wunsch in Gottes Hände zu legen und von ihm dessen Erfüllung zu erwarten und auch die Art, wie er ihn mir erfüllt, dann lasse ich innerlich los. Jener subtile innere Druck, den ich anwende, wenn ich dies nicht tue, verhindert, dass mein Gegenüber mir diesen Wunsch von sich aus und auf seine Weise erfüllt. Ich nehme ihn gewissermassen damit gefangen.
Kann ich dies loslassen, ist der andere frei, mir zu schenken, was ich brauche und ich bin frei, es wirklich zu empfangen.
Das heisst nun nicht, dass ich solche Wünsche nicht formuliere. Das ist sogar sehr nötig. Mein Gegenüber ist ja nicht Abraham. Es heisst aber auch, dass ich zuerst meinen Wunsch im Gebet vor Gott ausbreite und vielleicht auch nachdem ich ihn dem Partner mitgeteilt habe. Manchmal muss ich das mehrmals tun, denn ich brauche Zeit, den Wunsch ganz loslassen zu können und das Vertrauen in Gott zu entwickeln, dass er schon weiss, wann und wie die Erfüllung des Wunsches am besten für mich ist und ob überhaupt.
Ich erlebe nicht selten, dass der Wunsch sich postwendend erfüllt, sobald ich das wirklich ganz geschafft habe. Obendrein erfahre ich dabei, dass ich mit Gott zusammen alles vermag weil er mich stark macht, wenn ich schwach bin. Und dass es falsch ist, so hart das jetzt klingt, diese Dinge von anderen Menschen zu erwarten, weil es sie einsperrt und ihre Liebesgabe nicht freiwillig ist. Falsch, weil man wenn es unfreiwillig ist, nicht von Liebe, sondern von Abhängigkeit sprechen muss.
Ich werde das immer wieder lernen müssen. Und es wird jedes Mal ein bisschen weniger schmerzhaft sein.










