Das wäre er also gewesen, mein Advent. Genauer: die Webpräsenz meines Advents. Denn dass er nicht nur aus meinem Blog bestand, ist hoffentlich klar.
Ich startete mit Enthusiasmus. In den ersten Tagen war ich die Heldin und ich war sicher, dass ich mein Leben lang genug zu sagen hätte, täglich einen oder mehrere Beiträge zu schreiben, und dass nichts passieren könnte, was daran etwas ändert.
Gleich darauf musste ich feststellen, dass ein paar einfache Tage mit unspektakulären Anforderungen, aber mit grauer, klebriger Stimmung diese Sicherheit gefährlich ins Wanken bringen können.
Es war nicht einfach, täglich einen Beitrag zu finden, der mir gut genug vorkam, ihn zu veröffentlichen.
An solchen Tagen sass ich meist sehr lange vor dem Computer bis der Text passte oder bis ich einen brauchbaren Link gefunden hatte.
Dann kam ein kleines Zwischenhoch. Und später noch neutrale Tage, an denen ich in durchschnittlicher Zeit mit dem Blog fertig wurde, die Sache sozusagen Routine bekam.
Die ganze Zeit über studierte ich fleissig meine Blogstatistik und entdeckte Zusammenhänge zwischen den gewählten Titeln und den Suchwörtern, über die auf mein Blog geklickt wurde.
Einmal kam ich kurz in Versuchung, einen Titel zwecks häufigerer Klicks anzupassen, aber den Gedanken verwarf ich wieder.
Ich möchte bloggen, als bedeute mir diese Klickerei nichts. Jedenfalls nicht, was die Popularität meines Blogs betrifft.
Auf der anderen Seite freut es mich sehr, dass einer meiner wichtigsten Beiträge dieses Dezembers, auf Platz zwei rangiert. Meine Gedanken werden also gelesen und ich hoffe, dadurch Licht und Inspiration weitergeben zu können. Ich fühle diesen Auftrag als eine Verantwortung meinen Lesern gegenüber.
Man könnte einwerfen, was sind schon 70 Besuche an den besten Tagen und wer garantiert, dass die Beiträge auch wirklich gelesen werden? Ein Klick dauert eine Sekunde lang und lesen muss man danach ja nicht zwingend. Ja. Schon. Aber ich nehme an, hoffe es zumindest, dass da schon ein paar Menschen dabei sind, die meine Gedanken mitverfolgen und für sich selbst einen Nutzen daraus ziehen können.
Wenn das nur ein einziger Mensch ist, dann hat sich die Arbeit gelohnt.
Ich blogge also weiter, ist doch klar! Aber natürlich nicht mehr so häufig wie in diesem Dezember. Dafür soviel Zeit zu investieren, ist es mir denn doch nicht wert. Nur Schreiben, damit was geschrieben ist, und nicht, weil ich etwas zu sagen hätte, hat für mich nicht viel Sinn.
Ich freue mich auf mehr Zeit für die Nähmaschine, wie es sich für eine Schneiderin gehört. Ich freue mich auch darauf, wieder mehr für mich zu schreiben. Reflektierend, sinnierend über Gott und die Welt und nicht immer für fremde Augen bestimmt… (Mein Tagebuch ist ein bisschen zu kurz gekommen.)
So bedanke ich mich für deine Lesetreue und hoffe, dass du mich auch im neuen Jahr ab und zu besuchst.
Auf Wiedersehen!
Die Schneiderin














