Auf und Ab

Kaum hatte ich Fuss gefasst, zogen drei Lektionen, in denen der Schulleiter zu Besuch war, mir den Boden unter den Füssen wieder weg. In dieser Klasse hab ich dreizehn Schülerinnen und rund zehn verschiedene Gegenstände. Die wenigsten von ihnen haben eine gewisse Selbständigkeit. Sie sind aus vier Klassen zusammengewürfelt. Wahlpflichtfach. Wenn dann wenigstens Sozialverhalten und Arbeitshaltung stimmen würden. Tun sie nicht.

Es ist mir nicht möglich, einen Überblick zu behalten. Schlicht nicht. Und ausgerechnet da guckt der Schulleiter rein. Hmm. Ich hätte in die Offensive gehen sollen und im voraus sagen sollen, dass er da nicht viel von meinem Unterricht sehen kann und doch bitte in eine andere Lektion kommen soll.

In dieser Woche nun sind meine Erfahrungen wieder gut. Die Welle geht wieder aufwärts. Wohl bis zum nächsten Mal, wenn die dreizehn kommen..

Mit dem Gefühl, nichts verlieren zu können, ging ich an ein Bewerbungsgespräch für eine Stellvertretung, die den Rest des Schuljahres abdeckt. Es war das beste Vorstellungsgespräch, das ich je hatte. Die Stelle hab ich bekommen. Mit Aussicht auf eine Festanstellung im nächsten Schuljahr. Das ist allerdings weder versprochen, noch ganz klar. Aber der Schulleiter wollte immerhin wissen, ob, falls ja und mir die Schule gefällt und sie mit meiner Arbeit zufrieden sind, ich so eine Stelle nehmen würde, oder ob ich lieber weiterhin Stellvertretungen machen wolle. Will ich natürlich nicht.

 

Auf dem Heimweg vom Gespräch habe ich plötzlich etwas begriffen, was ich vor ein paar Jahren gelernt habe: Ich muss mir doch keinen Augenblick lang Sorgen machen, ob ich eine Arbeit haben werde, oder nicht, denn Gott versorgt mich mit dem, was ich brauche. Diese Stellvertretung ist etwas, das ich brauche. Und darum habe ich sie bekommen. Ich werde also auch eine Stelle kriegen im neuen Schuljahr, denn die brauche ich auch. Samt Auto.

Jetzt gilt es also, meine 100% zu tun: Augen auf. Alles vorbereiten, was ich kann. Türen öffnen.
Und dann aus dem Moment heraus spontan handeln und sehen, welche Türen sich wieder schliessen, und welche nicht.

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