Manchmal fühlt sich mein Leben wie dieses Winterhochnebelwetter an. Früher lebte ich unter der grauen Wolkendecke. Düster war es. Drückend. Ab und zu machte ich einen Ausflug in luftige Höhen. Dort war der Himmel blau und die Sonne lachte.
Und wie das Wetter sich verändert hat in den letzten dreissig Jahren, Orte, die früher in der Sonne lagen und aufs Nebelmeer guckten, heute tagelang im Nebel sind, so hat sich meine innere Nebelgrenze auch verschoben.
Ich lebe jetzt dort, an genau dieser Nebelgrenze. Manchmal ist der Himmel blau, die Sonne lacht. Manchmal ist das Licht hell und weiss, trotz Nebel, und sogar golden, wenn die Sonne durch die Nebelschleier scheint. Manchmal weiss ich einfach nur, dass oben blauer Himmel und Sonne wäre, während unten alles grau und düster ist und der Tag nicht richtig hell werden mag.
Wenn ich mit dem Auto vom Hochnebelgrau, durch die dicke Nebelwand in den Sonnenschein fahre, und wieder zurück, so wie heute, dann kann ich lernen, diese Sonne, ihre Wärme, ihre goldene Güte im Inneren aufzubewahren. Damit das Gefühl abrufbar ist im grauen Tal.
Vielleicht funktioniert das auch im übertragenen Sinn.



